Wein

Alte Rebsorte

Aber es gibt auch eine kleine Szene, in der wieder historische Rebsorten angebaut werden. In der Nähe von Heidelberg haben Wissenschaftler des Geilweilerhof-Instituts für Rebenzüchtung sehr seltene Rebsorten gefunden, darunter auch einige Reben der alten Sorte „Weißer Heunisch“. Im Mittelalter war die heute fast ausgestorbene Sorte weit verbreitet. Die Blaue Burgunder ist eine sehr alte Rebsorte, die uns genügend Zeit für genetische Veränderungen durch Anpassung und Mutation gegeben hat. Daraus ist eine große Sortenvielfalt und eine große Familie von Burgundersorten entstanden.

Martins Lutherwein: Alte Traubensorten gefragter denn je

Aber es gibt auch eine kleine Szenerie, in der wieder alte Traubensorten angebaut werden. Einige von ihnen wurden bereits von ihm betrunken. „In einer seiner Reden nach dem Essen sagte er: „Der Tropfen ist gesegnet“. Die Reformatorin trinkt gern – und beschwert sich, wenn der Rotwein nicht gut ist: „Die rheinischen und anderen Weinen werden von den Wagen verwöhnt.

„Er erhielt den fürstlichen Tropfen als Geschenk, kultivierte ihn selbst oder nahm lediglich Barriques aus dem Wittenberger Ratschkeller. „Es ist unbestreitbar, dass er und seine Tafelrunde Weinfässer entleerten, was angesichts der geringen Qualität des Wassers im 15. und 16. Doch welcher Rebsorte der Reformer vor 500 Jahren besonders gefallen hat, ist schwerer zu ergründen.

Es ist nicht klar, ob es sich um eine Rebsorte oder eine Ursprungsbezeichnung handel. Nichtsdestotrotz suchen Wissenschaftler und Geschichtswissenschaftler nach dem, was vor einem Jahrtausend im Weinberg gewachsen ist – vermutlich in den Sortenmix. Die heute noch getrunkene Muskatellerei und der Chassel, so sagt Frau Dr. med. Erika Maull aus dem Julius-Kühn-Institut der Bundesforschungsanstalt für Pflanzenbau bei Landsau in der Pfälzer Stadt.

Weitere alte Varietäten mit klangvollen Bezeichnungen wie süßes Schwarz, hartes Blau und Karotten werden derzeit wieder im Angebot des Institutes für Weinbau angepflanzt. Eine kleine, aber feine Szenerie beschäftigt sich mit geschichtsträchtigen Traubensorten, sagt der Hobby-Weinhistoriker Tomaten. Er hat die Varietät schon einmal betrunken und mit gleich gesinnten Menschen verschiedener Hersteller vergleicht.

„Es ist folgerichtig, dass der Rotwein nicht so viel Duft hatte wie heute, sagt Ernst Röhl vom Lehrstuhl für Weinbau an der Universität Gießen. „Trotzdem hält er es für sehr wichtig, dass das lnteresse an den geschichtsträchtigen Traubensorten wächst.“ Mehr als die Haelfte der Anbauflaeche entfallen in der Bundesrepublik auf die vier Sorten Riesling, Müller-Thurgau, Pinot Noir und Dornelder.

„Andernfalls, wenn das nötige Kapital fehlt, kommt ein Betriebswirt und sagt: „Sie sind einfach nur da, teuer und wir können nicht einmal einkaufen. „Der Pfropfmann Dr. med. Ulrich Martín im Rheinhessen, baut zurzeit mehrere tausend Ableger an, damit die Weinbauern wieder einige wenige Pakete historischer Traubensorten anbauen können. „Vor vielen Jahren pflanzt er die alte Rebsorte Günsfüßer in seiner Funktion als stellvertretende Direktorin der Landesanstalt für Bildung und Forschung (heute DLR) – „als Kulturrarität“, wie er sagt.

„Er musste in schwierigen Jahren so genossen werden, wie Gott ihn gewachsen ist: wie Starkbier“, sagt er. Der heutige Vize-Präsident der Weinbaugesellschaft, Herr Dr. med. Schumann, ist der Meinung, dass dies auch auf den Lutherwein zutreffen muss. In den Weinen wäre damals zwar Alkoholika drin gewesen – aber in kühlen Jahren nicht mehr.

Außerdem wurde der Rotwein rasch bräunlich und bekam dann oxydierende Nuancen, wie es bei Weinen mit Kirsch- oder Portweinen der Fall ist. Zur Lutherzeit entstand der Sitte, in Weinfässern Schwefelsäure zu verbrennen, um Oxydation zu vermeiden. Aber der Reformer dachte das nicht. „Dr. Martínus hat bei einer Heirat Schwefelwein getrunken und verwöhntes Gebäck gegessen.“

Bei allen Luthers Darstellung als Nachtschwärmer sei es dem Reformer, so der Leiter der Luthergedenkstätte Sachsen-Anhalt, um Mäßigung und Lebensfreude ergangen. Die Schülerinnen und Schüler geben die Worten des Reformierten am Spieltisch in einem Lobgesang auf den Rotwein weiter: „Brot macht das Menschenherz stärker, aber er ist glücklich.

Daniela Papst

Daniela Papst ist Weinliebhaberin und verköstigt Rebensaft aller Couleur. Wie die meisten Deutschen trinkt sie am liebsten heimische Weine, dicht gefolgt von italienischen und französischen. Aber auch die edlen Tropfen aus Down Under haben es ihr angetan. Auf weintrend.com bloggt Daniela über Ihre Erfahrungen und gibt Tipps für Weinliebhaber.

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