Cabernet Franc

Cabernet Franc: Der ideale Verschnittwein

In der Welt des Weins gilt der Cabernet Franc häufig als der "kleine Bruder" des bekannten Cabernet Sauvignon. Tatsächlich tut diese Aussage der roten Rebsorte jedoch Unrecht. Der Cabernet Franc ist vielmehr der Vater des Sauvignon. DNA-Analysen haben ergeben, dass dieser aus einer Kreuzung des Franc und des Sauvingnon Blanc entstanden ist. Der Franc ist überdies auch ein Elternteil des Merlot - gemeinsam mit der inzwischen ausgestorbenen Rebsorte Magdeleine Noire.

Der Cabernet Franc eignet sich deshalb ideal als Verschnittwein.

Cabernet Franc-Trauben - widerstandsfähig gegen klimatische Herausforderungen

Wein

Experten nehmen an, dass der Franc, der seit Jahrhunderten in Bourdeaux angebaut wird, aus wilden Rebsorten entstand. Diese Herkunft hat ihn ideal für Kreuzungen gemacht, ist er doch verhältnismäßig widerstandsfähig gegen wechselnde klimatische Bedingungen. Die Trauben reifen beispielsweise 10 Tage früher als die des Cabernet Sauvignon und sind deshalb vor dem Herbstregen geschützt. In Bourdeaux gilt der Franc deshalb auch als "Schlecht-Wetter-Versicherung." Dieser Umstand macht den Franc für Kreuzungen sehr interessant, um seine klimatische Widerstandsfähigkeit mit dem Aroma anderer Weine kombinieren zu können. Die Trauben des Franc weisen überdies mehr Farbe als die weiteren Rebsorten für Rotweine auf. Auch deshalb werden sie mit Vorliebe zum Verschneiden genutzt.

Cabernet Franc
1/1

Der Tannin- sowie der Säuregehalt des Franc ist geringer als der des Cabernet Sauvignon.

Längst wird der Cabernet Franc deshalb nicht mehr nur in Bourdeaux angebaut. Dort ist er übrigens nur eine von sechs Rebsorten, die für Rotweine genutzt werden dürfen. Große Anbaugebiete sind beispielsweise ebenfalls in Italien, Australien, Kalifornien, Argentinien, Russland, Bulgarien, Rumänien und Neuseeland entstanden. Diese Liste ließe sich problemlos noch verlängern. Sie unterstreicht nochmals die Genügsamkeit der Früchte im Umgang mit den klimatischen Bedingungen. Sie können mit hochsommerlichen Temperaturen und trockener Luft in Australien genauso umgehen wie mit einer hohen Luftfeuchtigkeit in Argentinien und zum Teil sehr niedrigeren Temperaturen in Russland.

Für Liebhaber von fruchtigem Geschmack: Weniger Tannine - dafür mehr Aroma

Der Tannin- sowie der Säuregehalt des Franc ist deutlich geringer als z.B. der des bekannten Cabernet Sauvignon. Seine Adstringenz ist aus diesem Grund ebenfalls deutlich geringer als bei den edlen Tropfen. Dies ist jedoch nicht nur von Nachteil und zwar aus zwei Gründen. Zum einen kann der Franc jünger getrunken werden. Er gelangt also vom Anbau schneller in den Handel und ist deshalb günstiger. Zum anderen kompensiert er den Mangel an "rauem" Geschmack durch mehr Aromen. Liebhaber von fruchtigen Weinen machen mit dem Franc deshalb einen hervorragenden Griff. Deutlich erkennbar sind die Aromen von schwarzen Johannisbeeren, Erdbeeren und Himbeeren. Hinzu kommen Noten von Veilchen, grünem Pfeffer und Paprika. Der Franc bietet deshalb übrigens nicht nur einen intensiven Geschmack, sondern einen ebensolchen Duft. Wenn er nicht verschnitten wird, ist er aufgrund seiner fruchtigen Frische beispielsweise ein beliebter Rotwein für Sommerfeste.

Edelste Weine stammen von der Loire

Gewöhnlich hat der Franc eine Reifezeit von rund fünf Jahren - und damit mehr als doppelt so lang wie beispielsweise ein Spätburgunder. An der Loire gibt es jedoch Winzer, die den Franc sogar 10 bis 15 Jahre reifen lassen. Die edelsten Tropfen dieses besonderen Rotweins finden Sie deshalb in diesen Anbaugebieten. Ihr Aroma ist intensiver. Es unterscheidet sich zudem häufig von dem Geschmack des Franc aus anderen Anbaugebieten. Verantwortlich ist der sandige Untergrund an der Loire. Vielerorts wird der Franc auf kalkhaltigem Boden angebaut, wodurch es zu anderen Noten kommen kann.

Mehr zum Thema