Wein

Carignan Traube

Obwohl die Traube als Mischungspartner geschätzt wird, weil sie einer Assemblage mehr Struktur verleiht, sind sortenreine Carignan-Weine selten. Sorgsam kultivierte und gepresste Trauben können jedoch charaktervolle Tropfen hervorbringen. Der Carignan, seine Geschichte, seine Qualität, seine Cuvées. Der Carignan ist eine weltweit verbreitete rote Rebsorte. Nach Grenache Noir ist die rote Rebsorte Carignan die zweithäufigste der Welt.

Carignan, eine Traubensorte aus dem SÃŒden

Die Carignan-Traube soll eine der am weitesten verbreiteten Traubensorten der Erde sein. Er stammt urspruenglich aus dem spanischen Raum, und vor laengerer Zeit konnte man sich eine Cuvee des beruehmten Rioja-Weins – einer der besten spanischen Weinsorten – ohne Carignan nicht ausdenken. Später gab es jedoch eine Zeit, in der Carignan temporär seinen Namen aufgab.

Der Grund dafür war das Departement des Languedoc und die furchtbare Seuche, die die Weingärten der Region verwüstete: die Reblaus. Zur Rettung der bereits auf der Grundlage von Weinen entstandenen Ökonomie wurden die lokalen Traubensorten auf aus den USA importierte Reben aufgepfropft. Aber auch die Amerikaner konnten sich nicht an das mediterrane Klima gewöhnt haben und so entschloss man sich endlich, die spanische Rebsorte zu verwenden – auch die Carignan-Traube.

Doch die Haltung der Languedocer hat nichts mit den Vorstellungen der heutigen jugendlichen, vitalen Weinbauer zu tun: Für die „Alten“ gilt die Formulierung, nach der mehr Ertrag auch mehr Ertrag bringt – für sie spielt die Weinqualität keine große Rolle. 3. Alle glaubten, dass die neuen Traubensorten dieser antiken Weltanschauung entsprachen und schlichtweg unterlegen waren.

Diese Vorurteile schienen auch die enormen Weinmengen, mit denen die Carignan-Reben ihre neuen Eigentümer überrascht haben, zu belegen – man vermutete, dass keine wirklich gute Rebe riesige Traubenmengen erntete. kann� Und doch war es so. Die Carignan des Languedoc widerstand allen traditionellen Ansichten und erzeugte lediglich große Quantitäten eines ausgezeichneten Weines.

Zu dieser Zeit ist auch die ältere Generation der Winzer verschwunden, und in den 1950er Jahren übernahm der junge Winzer das Land des Sprachendorfs. Zu den neuen Wächtern gehörten zum Teil die Söhne und Töchter der älteren, aber vor allem Menschen aus ganz anderen Berufsgruppen, die sich aus Begeisterung dem Thema des Weines – dem Qualitätsweins – widmeten.

Die Carignan-Traube ist zwar pflegeleicht und beansprucht den Nährboden wenig, benötigt aber viel Reife. Anders als andere Traubensorten wie Pinot Noir, der zu Beginn des Jahres wächst, wecken die Carignan-Pflanzen erst sehr spät auf. Das heißt, der kleinste herbstliche Frost raubt dem Rotwein die Qualitäten.

Das ist im Sprachgebrauch jedoch kein Problem. In Südfrankreich ist der Winter immer schön mild und heiter, und die Carignan-Trauben haben alle Zeit der Erde, um zu reifen und ihre ganze Stärke zu entfalten. Außerdem sind die Jungwinzer aus dem Languedoc bereit, organisch zu wirtschaften und den Carignan immer von selbst auszusuchen.

Das liegt daran, dass die Weintrauben oft sehr dicht am Baumstamm heranwachsen, was dazu führt, dass sie durch die Erntemaschine beschädigt werden und die Weinqualität nachlässt. Nicht selten trifft man im Languedoc auf 50 Jahre altes Weingut und ein kalifornischer Rotwein wird aus Carignan-Trauben von über 130 Jahre alten Rebstöcken hergestellt.

Jahrhundertelang wurde die Sorte Carignan als Teil verschiedener Cuvés angesehen. Doch auf der Suche nach neuen und zugleich traditionsreichen, aber vergessenen Geschmacksrichtungen wagten einige junge Winzer – zum Beispiel im Languedoc- vor einigen Jahren das bisher undenkbare Versuch, Carignan nach Sorten zu pressen…. Es ist ein ausgezeichneter Tropfen, der mit vielen herkömmlichen AOPs konkurrieren kann.

Daniela Papst

Daniela Papst ist Weinliebhaberin und verköstigt Rebensaft aller Couleur. Wie die meisten Deutschen trinkt sie am liebsten heimische Weine, dicht gefolgt von italienischen und französischen. Aber auch die edlen Tropfen aus Down Under haben es ihr angetan. Auf weintrend.com bloggt Daniela über Ihre Erfahrungen und gibt Tipps für Weinliebhaber.

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