Wein

Carmenere

Der Carmenère ist zwar heute in Bordeaux weniger verbreitet, aber er ist immer noch eine der einzigen sechs Sorten, die für die edlen Rotweine aus dieser Region verwendet werden können. Bezeichnung für den Rotwein Libertas Carmenere, Chile. Die Rebsorte verdankt ihren Namen Carmenère der karminroten Farbe ihrer Trauben sowie der rötlichen Unterseite der Blätter an jungen Trieben. Dieser kräftige Carmenere Wein aus dem Cachapoal Valley, Chile mit seinen tiefroten Düften nach schwarzen Johannisbeeren und Pfeffer. Der Cabernet Sauvignon, der Carmenère, der Malbec, der Cabernet Franc, der Merlot, etc. kommen von dort.

Rottwein, Bordelais – Haut Médoc, 2014

Auch in anderen Weinkellereien arbeiten das Paar Barbraud, der Weinbauleiter von Haute Ba? Erst 2006 begannen die beiden Liebhaber ihre 3,5 Hektar Weinberge im Medoc, im Norden von Mauillac. Dem ging eine lange Suche nach einem geeigneten und großartigen Boden voraus, denn er hat bereits seine Ideen, wie und wo ein exzellenter Tropfen gedeihen soll.

Der Boden ist wesentlich älter und feiner als im restlichen Medoc, außerdem ist er mit viel mehr Kalk durchzogen. Und vor allem wollte er die Traubensorten mit interessanten Ergänzungen aufwerten. Dementsprechend gibt es geringere Mengen an Kleinverdot und auch an der Sorte Carmenère, die in der Region beinahe ausgerottet ist.

Das Weingut setzt sich aus 60% Traubenzucker, 35% Kabernetzsauvignon, 2,5% Karmenere und Kleiner Verot zusammen. Im Durchschnitt sind die Weingärten 40 Jahre jung, vor 8 Jahren wurden sie von den beiden Weinbauern wieder angepflanzt. Bio-Weinbau im Schloss Karmenere und strengste Ertragseinschränkungen durch Grünlese sind eine Selbstverständlichkeit. Die Traubensorten werden getrennt gekeltert, die Sorten werden vollständig in großen burgundischen Fässern fermentiert und gereift, die anderen Traubensorten werden in kleinen Zementtanks fermentiert und zur weiteren Reifung in die klassischen Barriques überführt.

Das schwächere Fass, das durch Degustation nach der Reifung identifiziert wird, wird auf den zweiten Wein, den „Petit reserve de l’Château Carmenère“, übertragen. Sicherlich geht es für uns bei der Marke immer steiler zu höchster Qualität. Gemeinsam mit Close Médou, noch vor Haut-Maurac, ist sie meine aufregendste neue Entdeckung der vergangenen Jahre im ganzen Mittelmeer.

Carménière

Heute wird diese ehemals beliebte Sorte in ganz Spanien kaum noch bebaut. Dies ist darauf zurÃ??ckzufÃ?hren, dass nach der vernichtenden Reblauspest, die Ende des 19. Jh. Europa verwuestet hat, große Rebenteile vernichtet wurden und robustere Trauben bevorzugt wurden. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass die sensiblen Carménère-Reben immer einen ungewissen Ertrag aufgrund von Streuung oder Stockflecken im hiesigen Raum hatten.

Allmählich wurden auch die übrigen Weinberge mit anderen Traubensorten bepflanzt, weshalb die Sorte seit Jahrzehnten in ganz Europa untergegangen ist. Das war ein Fehler: Es wird vermutet, dass Carménère-Nachkommen im 19. Jh. vor der Reblauspest aus der Region Bordelais nach Chilenen eingeführt wurden. Die Chilenische Traubensorte ist eine der am meisten gepflanzten heute.

Seltsamerweise wird die Sorte jedoch seit Jahrzehnten mit der Merlot-Rebsorte gleichgesetzt, der sie äußerlich sehr ähnlich ist. Es dauerte bis 1994, bis DNA-Tests eindeutig bewiesen, dass eher Carmenère als Mérlot in vielen großen Anbaugebieten in Chile heranwächst und blüht. Durch das chilenische Wetter kommt die Pflanze gut voran und es gibt keine signifikanten Beeinträchtigungen durch Bewässerung, Krankheit oder Plage.

Heute ist die französische Sorte Carmenère so etwas wie die “ chilenische Volkstraube „. Es wird niemanden wundern, dass diese Sorte jetzt überhaupt ihren eigenen Urlaub hat: Am 24. Oktober wird der Nationalfeiertag des Carménére gefeiert. Aber auch in der Region Bourdeaux haben die Weinbauern wieder einmal großes Vertrauen in die Carméne.

Daniela Papst

Daniela Papst ist Weinliebhaberin und verköstigt Rebensaft aller Couleur. Wie die meisten Deutschen trinkt sie am liebsten heimische Weine, dicht gefolgt von italienischen und französischen. Aber auch die edlen Tropfen aus Down Under haben es ihr angetan. Auf weintrend.com bloggt Daniela über Ihre Erfahrungen und gibt Tipps für Weinliebhaber.

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