Champagner

Champagner: Das Geheimnis einer guten Cuvée

Im Prinzip könnte man jeden beliebigen Wein zu einer Art Champagner machen. Doch nur, wenn er in einer ganz bestimmten Weinbauregion in der Nähe der französischen Stadt Reims wächst, kann ein Wein auch wirklich zum Champagner werden. Dann gehört er zu den besten Weinen der Welt.

Ein ganz besonderes Verfahren

Wein

Die Champagne ist das nördlichste Weinbaugebiet Frankreichs. Hier wurde das spezielle Verfahren erfunden, das aus einfachem Wein den begehrten Schaumwein macht. Ein durchgegorener Wein wird dabei mit etwas Zucker und Hefe in Flaschen gefüllt und kalt gelagert. Innerhalb von ein bis drei Monaten vergärt der nachträglich zugegebene Zucker, danach bleibt der Wein noch für einige Zeit auf der Hefe in der Flasche. Dabei entwickeln sich die feinen Geschmacksnuancen. Um die Hefe zu entfernen, werden die Flaschen in speziellen Gestellen gelagert.

Champagner
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Es gibt viele gute Champagner und sehr wenige, die wirklich schlecht sind.

Dort stecken sie mit dem Hals in einem Winkel von etwa 45 Grad nach unten, so dass die Hefe sich hier langsam sammeln kann. Regelmäßig werden die Flaschen gedreht und dabei etwas steiler gestellt, so dass der Hefesatz, das Depot, gleichmäßig nachrutscht. Zum Schluss werden die Flaschenhälse in ein Eisbad getaucht. Dabei gefriert das Depot zu einem Pfropfen. Wird die Flasche nun geöffnet, presst der durch die Gärung entstandene Druck den Depotpfropfen aus der Flasche. Die Flaschen werden wieder aufgefüllt und mit einem Korken verschlossen, der mit dem typischen Metallverschluss gesichert wird.

Die Nuancen des feinen Geschmacks

Das Geheimnis ist jedoch nicht das Herstellungsverfahren, das sich an jedem Ort der Welt nachahmen lässt. Entscheidend sind die in der Champagne wachsenden Rebsorten und der Boden, auf dem sie reifen. Das bewirkt, dass auch in der Champagne die Weine unterschiedlicher Dörfer ganz verschiedenen Charakter aufweisen. Der größte Teil der Trauben in der Region wird von kleinen Winzern kultiviert, die manchmal noch nicht einmal einen eigenen Champagner ausbauen, sondern ihre Trauben an die großen Hersteller verkaufen.

Champagner wird nicht sortenrein aus einer einzigen Rebe gemacht, sondern aus einer Cuvée, also einer Mischung aus mehreren Grundweinen. Das kann nur eine Handvoll sein, umfasst bei den besten Cuvées aber bis zu 40 verschiedene Weine. Alle werden aufgrund ihres Dufts und ihres Geschmacks aufeinander abgestimmt. Wie genau ihre jeweilige Mischung zusammengesetzt ist, verraten die Hersteller nicht. Trotz seiner hellen Farbe besteht der Wein überwiegend aus weißen und roten Trauben zugleich. Häufig verwendete Sorten sind etwa der schwere rote Pinot Noir und der leichte weiße Chardonnay, seltener der säurearme Grauburgunder. Mit der Cuvée werden auch geschmackliche Schwankungen zwischen den Jahrgängen aufgefangen. Damit gibt sich jeder Hersteller ein eigenes, unverwechselbares Profil.

Die Auswahl des passenden Champagners

Es gibt viele gute Champagner und sehr wenige, die wirklich schlecht sind. Wer sicher gehen will, kauft die großen Marken, die international bekannt sind. Aber auch viele kleine Hersteller leisten sehr gute Arbeit. Die meisten werden ohne Jahrgangsangabe angeboten. Das sind die Cuvées, die sozusagen den Standard des jeweiligen Hauses darstellen. Wenn Sie den Champagner finden wollen, der am besten zu Ihnen und Ihren Vorstellungen passt, sollten Sie auch auf die folgenden unterschiedlichen Kategorien achten:

Jahrgangschampagner: Hier sind die Spitzenweine eines Jahrgangs vereint, die nicht in einer Cuvée untergehen sollen. Diese Schaumweine sind körperreicher und fülliger und können meist ein paar Jahre gelagert werden.

Blanc de Blancs: Hier werden ausschließlich weiße Trauben, überwiegend Chardonnay verwendet. Das Ergebnis ist ein leichter, feingliedriger Geschmack.

Blanc de Noirs: Für die Cuvée werden hier nur rote Rebsorten gemischt. So entsteht ein voller, aromareicher Wein.

Crémant: Wenn Sie nicht so viel Kohlensäure mögen, sind Sie hier richtig. Ein Crémant enthält nur halb so viel davon.

Ganz wichtig für die Auswahl ist auch der Zuckeranteil. Das Spektrum reicht hier von Brut bis Doux. Brut sind sehr trockene Champagner mit nur bis zu 15 Gramm Zucker pro Liter. Extra Dry ist mit 12 bis 20 Gramm etwas süßer, und Sec schon leicht süß mit bis zu 35 Gramm. Demi-Sec verspricht eine ausgesprochene Süße mit bis zu 50 Gramm Zucker und Doux heißt alles, was noch darüber liegt.

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