Wein

Der Grüne Veltliner

Grüner Veltliner (GV) ist eine trockene Weinsorte, die fast ausschließlich in Österreich produziert wird. In Österreich, insbesondere in Niederösterreich, ist die am weitesten verbreitete Rebsorte außerhalb ihres Heimatlandes nicht sehr verbreitet, mit Ausnahme einiger kleinerer mitteleuropäischer Regionen (z.B. Tschechien, Ungarn). Aber nur wenige Menschen haben Veltliner aus Neuseeland, Australien, Deutschland oder den USA ausprobiert. Beispielsweise in der bekannten Wachau. Im Schabblatt steht der Name eines Schilfrohres.

Der Grüne Veltliner Super Star

Die wunderbare Wandlung vom heimischen Fasswein zum Großen Herrscher der Welt. Gregor Dalstein, Weinliebhaber und Herausgeber der US-Internetplattform „Snooth“, äußerte sich vor kurzem so pointiert zum Thema Veltlin. Die autochthonen österreichischen Weißweinsorten sind, wie schon in diesem Angebot erwähnt, heute in der weltweiten Weinlandschaft hochgelobt.

Der Grüne Veltliner führte jahrzehntelang ein dunkles Dasein als preiswerter und schlichter Fasswein, bevor er sich vor rund 20 Jahren einen internationalen Ruf erwarb. Inzwischen hat sich das radikal verändert. Der Grüne Veltliner von NY bis Tokio steht heute für modischen Weisswein von exquisiter Qualität. Das “ U “ ist im englischsprachigen Raum im Gebrauch der Weinverbraucher weitestgehend weggefallen, aber die im anglo-amerikanischen Sprachraum gebräuchlichen Begriffe „Gruner“ oder „Groovy“ sind dem „grünen“ noch recht nahe.

„Es wird in 80 Jahren keinen Grüner Veltliner mehr geben“, klagt der Junge eines heimischen Topwinzers aus dem Kremtal. Dies bedeutete die vergänglichen langfristigen Auswirkungen des aktuellen Klimas auf den heutigen Zustand des Grünen Veltlin, wie wir ihn auch heute noch vorfinden. Er antwortete schlagfertig: „Vor 50 Jahren gab es also auch keinen Grüner Veltliner.

„Die hier angegebene Laufzeit schildert sehr anschaulich die Weiterentwicklung des Veltliner zu einem weltweit gefragten Weißwein der Spitzenklasse. Zum einen ist es die Sorte, die bei sachgemäßer Pflege und schonender Pressung exzellente Eigenschaften hervorbringt, zum anderen ist es die besondere Lage der heimischen Weinbauregionen – insbesondere der NÖ.

Die so genannte „Cool-Climate-Region“ – also das gemässigte Raumklima zwischen dem 47. und 48. Breitengrades – profitiert von den in den letzten 50 Jahren deutlich verbesserten Klimabedingungen bei der Weinproduktion. Für die Österreicher ist es attraktiv, die wirtschaftliche Relevanz des Veltliner in der weltweiten Weinszene der letzten Dekaden in Frage zu stellen.

Es gibt noch viele „Weinkenner“ in diesem Land, die den Großen Veltliner mit dem populären Ausdruck „Brünnerstraßler“ identifizieren. Der“ Green Fan“ – auch heute noch in Gebrauch – wurde vor allem wegen seines niedrigen Preis, seiner konstanten Erhältlichkeit und seiner einfachen Verwendbarkeit als Softdrink geschätz. Nach der Positionierung des österreichischen Weinbaus als zeitgenössischer Zweig der Wirtschaft und der gleichzeitigen Konzentration auf das Thema Weinqualität wurde auch der Weg des Großen Veltliner vom „Aschenputtel der Weinkultur“ zum „Grand Seigneur“ der Weltweinszene eingenommen.

Der Grüne Veltliner erhielt nun den gleichen, wenn nicht gar größeren Stellenwert wie der damals schon als Edelkrebs weltweit etablierte Weinberg. Bereits nach kurzer Zeit – Ende der 90er Jahre – erhielt der Grüne Veltliner große internationale Beachtung. Das Potenzial dieser Sorte wurde 2002 in Londen bei der „Korso“-Verkostung durch den Weinhändler Johann Sebastian W. A. Paulson aufgedeckt.

Hier konnte sich der Österreicher Grüne Veltliner beeindruckend gegen Spitzenchardonnays aus aller Herren Länder inszenieren und am Ende die Degustation erringen. Der Grüne Veltliner ist heute auch weltweit als „Signaturwein“ bekannt. Das ist durchaus gerechtfertigt, denn 33% der Weinberge in Österreich sind mit dieser Rebsorte bestellt, in der Parade-Weißweinregion NÖ sind es sogar 46%, und selbst im burgenländischen Rotweingebiet sind 15% der Gesamtrebfläche mit Grünen Veltliner angepflanzt.

Ein Blick auf die aktuellen Rahmenbedingungen des Weltmarkts vermittelt den Anschein, dass das Land mit seiner Paradenvielfalt über ein „Alleinstellungsmerkmal“ verfüge, das auf den Weltmärkten hinreichend bekannt und abgesichert sei. Das ist im Moment sicherlich wahr. Darüber hinaus ist der Weinanbau im Allgemeinen und der Grüne Veltliner im Besonderen ein Teil der Österreichischen Kultur und von herausragender ökonomischer Relevanz.

Der Grüne Veltliner ist heute eine international tätige Marke – eine unabhängige und unverwechselbare „Marke“. Es ist auch eine Besonderheit, dass der Großteil davon mit dem Ursprungsland Oesterreich verknüpft ist. Auf der anderen Seite steht die zunehmende Globalisierung des Anbaues von Grüner Veltliner. So wie weltweit unter anderem die Sorten Weißburgunder oder Spätburgunder kultiviert werden, beginnen nun in allen Erdteilen Versuche mit dem Veltliner.

Aus diesem Grund hat sich die österreichische Regierung vor einiger Zeit entschlossen, die Entstehung eines Weins im Zuge des DAC-Konzepts über die Traubensorte zu setzen. Allein die Traubensorte, auch wenn es der Grüne Veltliner ist, aber nicht. Die erste Weinbauregion mit DAC-Status (= geschützter regionaler Ursprung) ist seit 2003 das Weingut mit der führenden Sorte Grün-Veltliner.

Dies ermöglichte die Etablierung einer eigenen Handelsmarke auf der Grundlage des Großen Veltliner für das gesamte Stadtviertel. Der Weinviertler muss nach den gesetzlichen Vorschriften „fruchtig, pikant und pfeffrig“ sein. Der Grüne Veltliner kann aber mehr sein als „fruchtig, pikant und pfeffrig“. Das Entwicklungs- und Aromaspektrum ist so breit wie kaum eine andere Traubensorte, da der Grüne Veltliner in der Lage ist, den Untergrund, auf dem er steht, mit einer qualitativ hochwertigen – ertragsreduzierten Entwicklung deutlich wiederzugeben.

Egal ob als heller sommerlicher Wein oder – wie bei der Spätlese – als Halbmond (man erinnere sich an die Wachauer Schmankerl oder verschiedene Prädikatsweine), der Grüne Veltliner überzeugt in vielen Varianten als Speiseflugzeug. Zum einen ist dies der Vertriebserfolg in den Vereinigten Staaten, der in der Regel zumindest für den“ grünen Veltliner“ in den meisten Fällen verzögert in den Ländern Europas, Asiens und der übrigen Welt reproduziert wird.

Der Medienstar des Internetzeitalters und nach dem zweitwichtigsten US-Weinkritiker der Welt, der “ Weinbibliothek Fernsehen “ ist, hat sein eigenes Programm dem Veltliner mit wunderschöner Regelmässigkeit gewidmet. So wurde der Grüne Veltliner kürzlich in den Vereinigten Staaten, aber auch in den Ländern von Amerika, Asien, Australien, Neu Seeland und gar ganz Asien gepflanzt.

Nach dem weltweiten Erfolg ist die Sorte als nächste große Sorte in diesem Land gefragt. Gegenwärtig werden in Neu Seeland etwa 20 bis 25 ha des Grünen Veltliner gepflanzt – die ersten Ernteerträge wurden vor kurzem geerntet. Gegenwärtig werden in Sydney etwa 6 bis 8 ha des Grünen Veltliner produziert.

Ich hatte den ersten flaschengefüllten Grüne Veltliner der Neuen Welt für diesen Aufsatz. Der “ Grüne Veltliner Lärchenhügel “ des Weingutes Australian Lark Hill hat bereits einen ausgezeichneten Namen unter Kennern. Die Lärche 2009 zeigt sich mit einer schönen Note, die an Steinfrüchte, Melonen und Riesling erinnernd ist.

Der Grüne Veltliner wird als würzig-säurearmes Gegenstück zum bekannten und beliebten Rheingauer Riesenriesling vermehrt kultiviert. Der Grüne Veltliner Elternteil Sonneberg 2007 wurde in Barriques vom Weinkeller der Firma Karl Friedrichshafen gereift. Er fasst das Potential des Veltliner auf einzigartige Art und Weise zusammen.

Es ist nicht pfefferig und knackig, sondern ein Repräsentant der burgenländischen Ausrichtung, wie sie kürzlich in ganz Europa zum Beispiel in einigen der Weine der neu gegründeten Vinifizierungsstufe „Weinviertel L AC Reserve“ oder im Veltina des talentierten und innovationsfreudigen Südburgenländers Ulrich Schäffer zum Ausdruck gelang. Insgesamt kann man sagen, dass der Grüne Veltliner aus Ã-sterreich eine weltweit erfolgreich wachsende Traubensorte ist, deren vielseitige Verwendbarkeit in der Gemeinschaftsverpflegung besonders geschÃ?tzt wird.

Als Markenzeichen sind das Weingut, die Weinviertler Wache oder das Kremtal rechtlich geschützt, nicht aber die Trauben. Durch das Marketinginstrument der Geschützen Ursprungsbezeichnung (DAC) und die exzellenten Eigenschaften der heimischen Weingüter wird der Grüne Veltliner als edler Weisswein weiterhin an der Spitze der internationalen Verbreitung stehen.

Herr N. Burgh ist Eigentümer der Online-Weinhandlung „burgWeine | Faktorei für Grünen Veltliner“ im Internet (http://burg.cx). Darüber hinaus sieht sich das Untenehmen als Kompetenz-Zentrum für Grüne Veltliner.

Daniela Papst

Daniela Papst ist Weinliebhaberin und verköstigt Rebensaft aller Couleur. Wie die meisten Deutschen trinkt sie am liebsten heimische Weine, dicht gefolgt von italienischen und französischen. Aber auch die edlen Tropfen aus Down Under haben es ihr angetan. Auf weintrend.com bloggt Daniela über Ihre Erfahrungen und gibt Tipps für Weinliebhaber.

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