Edelsüßer Wein

Edelsüßer Wein: Gute Qualität erkennen

Edelsüßer Wein besitzt das Potenzial, auch solche Weintrinker zu bekehren, die gemeinhin Süßweine meiden, weil ihnen diese zu trocken sind. Allerdings ist die Frage der Qualität hierfür von entscheidender Bedeutung. Edelsüßer Wein vom Discounter verzichtet beispielsweise nicht ohne Grund häufig auf die Prädikate BA (Beerenauslese) und TBA (Trockenbeerenauslese), die auf höherwertigen Flaschen zu finden sind. Die Herstellung edelsüßen Weins bestimmt seine spätere Qualität. Die Reinheit der verwendeten Beeren entscheidet.

Most aus gefaulten Trauben

Wein

Herzstück hochwertiger edelsüßer Weine sind gefaulte Trauben. Aus ihrem Most wird der gute Tropfen gewonnen. Die Trauben werden von einem Pilz namens Botrytis cinerea (oder auch Grauschimmelfäule) befallen. Jener ist glukophil - er verbraucht deshalb beim Stoffwechsel mehr Glukose als Fruktose. Letztere hat eine bis zu 1,8 höhere Süßkraft als die Glukose. Auch bei gleichem Restzucker schmeckt edelsüßer Wein deshalb süßer, da er einen höheren Fruktosegehalt aufweist. Tatsächlich enthalten die meisten hochwertigen Angebote jedoch sehr viel mehr Restzucker als sonstige Süßweine: 100g in einer Flasche sind keine Seltenheit. Zucker-Alkohole wie Erythrit, Xylit, Arabit, Mannit, Sorbit und Inosit sowie Glyzerin sorgen dafür. Letzter Alkohol kann in edelsüßen Weinen in einem Verhältnis von 30 Gramm zu einem Liter auftreten. In sonstigen Weinen kommt auf einen Liter gerade einmal ein Gramm Glyzerin.

Edelsüßer Wein
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Herzstück hochwertiger edelsüßer Weine sind gefaulte Trauben.

Der Winzer unterscheidet die oben bereits erwähnten Qualitätsstufen: Beerenauslese sowie Trockenbeerenauslese. Im ersten Fall ist nicht jede Traube vom Edelschimmel befallen und es ist noch mehr Saft vorhanden. Im zweiten Fall werden ausschließlich vom Pilz infiltrierte Beeren verwendet. Hierher rührt übrigens ursprünglich das Stichwort "Rosinen picken". Edelsüßer Wein mit TBA besitzt aufgrund der reinen Beerenauswahl die höchste Qualitätsstufe. Fehlt sogar der BA-Hinweis, ist der Wein "verwässert", da die Zahl der saftigen Beeren zu groß ist. Allerdings schmeckt der edelsüße Tropfen in diesem Fall nicht so trocken.

Wein von edler Süße besitzt "Spiel"

Ein Phänomen, dass Kenner von edelsüßem Wein gut kennen, Ersttrinker jedoch überrascht, ist sein "Spiel". Vereinfacht gesagt haben Sie zu einem bestimmten Zeitpunkt große Lust auf einige Gläser des guten Tropfens. Nach kurzer Zeit haben Sie jedoch auch schon wieder genug. Dies ist der Grund, weshalb die hochwertigen Angebote oft in Halbflaschen angeboten werden. Dieses "Spiel" rührt vom hohen Säuregehalt her, der durch die Fertigung entsteht. Im Bouquet ist beispielsweise deutlich Essigsäure zu erkennen, da edelfaule Beeren mit Vorliebe von Essigbakterien befallen werden. Auch der Apfelsäure-Gehalt ist wesentlich höher als in anderen Süßweinen. Insgesamt liegt der Säuregehalt doppelt so hoch wie bei herkömmlich gelesenen Weinen.

Anbaugebiete: Einige Tipps für edelsüße Weine

Es gibt zahlreiche ausgezeichnete Anbaugebiete für edelsüße Weine. In Frage kommen beispielsweise das Moselgebiet in Deutschland, die schweizerischen Anbauflächen von Müller-Thurgau sowie das französische Anbaugebiet Chablis, wo übrigens auch erstklassiger Chardonnay gekeltert wird.

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