Garnacha

Garnacha: Vielseitiger Klassiker aus Spanien

Garnacha ist die am vierthäufigsten angebaute Rotwein-Rebe der Erde. In Spanien, woher die Trauben, die auch unter der Bezeichnung Grenache bekannt sind, ursprünglich stammen, nimmt die Rebe sogar den zweiten Rang ein. Lediglich der Tempranillo erfreut sich auf der iberischen Halbinsel einer noch größeren Popularität. Die große Stärke der Pflanze ist ihre Vielseitigkeit: Vom intensiven Rotwein als Perlwein über den halbtrockenen Rosé bis zum Keltern anderer Weine reicht die Bandbreite der mediterranen Rebe.

Garnacha ist ein "Schönwetter"-Wein

Wein

Während der Blütezeit benötigt die Rebe mindestens acht Tage mit schönem Wetter. Während die Pflanze reift, sind viel Sonnenschein und möglichst wenig Regen Pflicht. Von Hause aus verfügen die Trauben bereits über wenig Farbe und Tannine. Bei schlechtem Wetter sinken die entsprechenden Werte weiter. In einigen feuchten Anbaugebieten werden die Trauben deshalb ausschließlich zum Keltern leichterer Weine genutzt. In Kalifornien ist die Rebe beispielsweise klassischer Bestandteil vieler Rosés. Insgesamt kommt die Rebe in mehr als 50 unterschiedlichen Weinsorten zum Einsatz. Vertreten ist sie beispielsweise im zu Recht so beliebten Rioja.

Garnacha
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Garnacha ist die am vierthäufigsten angebaute Rotwein-Rebe der Erde.

Verantwortlich dafür ist das Aroma der Trauben, das Kenner als "marmeladig-fruchtig" beschreiben. Deutlich erkennbar sind beispielsweise Noten von Kirschen, Quitten, schwarzen Johannisbeeren, Feigen und Pflaumen. Allerdings gesellen sich auch Kräutertöne dazu, beispielsweise Pfeffer, Lorbeer und Zimt. Je nach Anbaugebiet sind auch Kakao- und Kaffeetöne recht stark ausgeprägt. Vor allem die Mischung der letzten Noten im Zusammenspiel mit den fruchtigen Tönen sorgt dafür, dass der "reine" Grenache als Dessertwein überaus beliebt ist.

Rotwein mit mehr als 12 Prozent Alkohol

Die Intensität der Trauben hängt vom Ertrag sowie vom Boden ab. Es hat sich gezeigt, dass begrenzte Erträge, die auf nährstoffarmen Böden angebaut werden, intensive Ergebnisse erzielen. Der spätere Rotwein weist mehr als 12 Prozent Alkohol auf und ist sehr schwer. Vielerorts werden die entsprechenden Sorten als "Zuckerweine" wegen ihrer durchdringenden fruchtigen Süße sowie ihrer doch stark berauschenden Wirkung bezeichnet. In Spanien waren diese Weine in der Vergangenheit extrem populär und erwiesen sich als echte Exportschlager. In unserer Zeit werden sie jedoch nur noch ausgesprochen selten angebaut. Winzer erzielen bessere Profite, wenn sie die Grenache-Rebe mit möglichst hohen Erträgen anbauen. Reine Garnacha-"Zuckerweine" sind aus diesem Grund sehr kostspielig geworden.

Frankreich hat den Grenache perfektioniert

Insbesondere in Frankreich wurde der Umgang mit der Grenache-Traube perfektioniert. Unter im Prinzip identischen klimatischen Bedingungen wie in Spanien ist es den hiesigen Winzern gelungen, die Lese deutlich besser abzustimmen. Die Weine wirken weniger ermüdend und sind besser verträglich. Wer vergleicht, bezeichnet die Sorten aus Frankreich häufig als kompakter und am Gaumen als samtiger. Französische Spitzen-Cuvées basieren beispielsweise auf der Rebe aus dem Nachbarland, die mit Syrah oder aber Mourvèdre kombiniert werden. Einige Winzer im Gebiet des Châteauneuf-du-Pape bauen inzwischen ausschließlich Garnacha an. Außerdem gibt es auch in Kalifornieren, Israel, Italien, Griechenland, Südafrika, Tunesien und Uruguay Winzer, die sich ausschließlich auf die Grenache-Rebe spezialisiert haben.

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