Wein

Gesunde Rotweinsorten

Zuviel kann schädlich sein, den Blutdruck erhöhen und einige Krebsarten fördern. Ein Glas Rotwein pro Tag kann sogar vor bestimmten Krankheiten schützen. Stimmt: Wenn man Wein genießt, denkt man nicht in erster Linie an die Gesundheit. Und nicht nur das – Rotwein ist gesund und verlängert das Leben, hieß es lange Zeit. Jetzt bezweifeln die Forscher, dass die Rotweinkomponente eine lebensverlängernde Wirkung hat.

Eine neue Untersuchung belegt die gesunde Wirksamkeit von Rotweinen.

Die Tatsache, dass mäßig getrunkener Wein vor Krankheiten des Herzens und der Gefäße schützt, ist seit langer Zeit ein Gespräch. Die britischen Forscher haben nun festgestellt, wie die in den Trauben enthaltenen Bestandteile des Rotweins zum Gesundheitsschutz beitragen. Beispielsweise ist in Deutschland, wo ein überdurchschnittlicher Anteil an Rotweinen konsumiert wird, die Anzahl der Koronarherzerkrankungen deutlich niedriger als in anderen Staaten mit vergleichbaren Essgewohnheiten.

„Bislang gibt es viele Meldungen über den Nutzen von Rotem Wein für die Gesundheit, aber die meisten von ihnen sind sehr ungenau und zum Teil widersprüchlich“, sagt Toni Turners, Molekülbiologe an der University of Leeds. 2. „Mit unseren Untersuchungen konnten wir nun zum ersten Mal den Wirkungsmechanismus des Gesundheitsschutzes von Rotweinen nachweisen.“ Bei Experimenten an Zellen konnten Toni und seine Mitarbeiter zeigen, dass die in den Häute der Rotweintrauben vorhandenen so genannte Poly-phenole eine Gefäßverengung verhindern.

In ihren Experimenten konnten die Forscher nachweisen, dass ein Alkohol-freier Rotweinextrakt die Bildung von Endothelin-1 inhibiert. Stoffe, die die Endothelin-1-Produktion behindern, können somit die Ablagerung von fetthaltigen Lebensmitteln in den Gefäßen vermeiden. Endeothelin-1 ist ein Protein, ein aus 21 verschiedenen Bausteinen bestehendes Eiweiß, das zur Kontraktion der Gefäße führt.

Laut der Untersuchung hatten alle 23 untersuchten Rotweine eine starke Inhibitorwirkung. Vier Weißwein- und eine Rosenprobe zeigten keine peptidhemmende Effekte. Der rote Weintraubensaft dagegen wirkte – wenn auch nur ein kleiner. Dieser Befund bekräftigt die Vermutung des Endothelin-1-Effekts, da diese nur in Rotweinen ersichtlich ist.

Der unterschiedliche Effekt der Rotweinprobe korreliert mit dem Endothelin-1-Gehalt des Auszuges. Basierend auf dieser Erkenntnis können wir nun die Rotweinmenge mit dem höchsten Gesundheitsnutzen berechnen, sagt ein Studienmitglied, Rogers Ritterorden, von der Königin Maria Universität von Londons. „Kann die Endothelinproduktion nach dem Rotweinkonsum im Menschen gemessen werden, wäre es möglich, die richtige Dosierung zu bestimmen“, sagt er.

„Wir müssen noch etwas forschen, bevor sie beim Menschen eingesetzt werden können“, sagt er. Zumindest konnte aber nachgewiesen werden, dass bereits geringe Konzentratmengen des Rotweins erhebliche Wirkungen haben. In etwa die Dosierung, die ein mässiger Alkoholkonsum mit sich bringen würde, hat bereits einen deutlichen Einfluss auf die Ausbeute. „Der starke Einfluss im Prüflabor deutet auf einen für den Menschen bedeutsamen Einfluss hin“, sagt er.

Allerdings kontrastieren die Resultate der englischen Forschenden mit früheren Untersuchungen, die entweder keine Auswirkung des Rotweines gefunden hatten oder allgemein die negative Auswirkung des Alkoholkonsums gegen jegliche positive Auswirkung aussprachen. Dass der regelmäßige Verzehr von Weißwein das Risiko eines Herzinfarkts verringert, war ein ungeprüftes Vorurteil.

Daniela Papst

Daniela Papst ist Weinliebhaberin und verköstigt Rebensaft aller Couleur. Wie die meisten Deutschen trinkt sie am liebsten heimische Weine, dicht gefolgt von italienischen und französischen. Aber auch die edlen Tropfen aus Down Under haben es ihr angetan. Auf weintrend.com bloggt Daniela über Ihre Erfahrungen und gibt Tipps für Weinliebhaber.

Add comment

Your Header Sidebar area is currently empty. Hurry up and add some widgets.