Wein

Jahrgangsbewertung Wein Italien

DAS UNENTBEHRLICHE JAHRGANGSGUTACHTEN FÜR WEINKENNER. Allerdings berücksichtigen sie weder die besondere Leistung eines einzelnen Winzers noch die aktuelle Reife der Weine. Dabei orientierten wir uns an den Einschätzungen der Kontrollgremien der einzelnen Regionen oder an den Einschätzungen renommierter Weinkritiker. Durch eine Jahrgangstabelle können die Bewertungen der jeweiligen Jahrgänge in den verschiedenen Weinregionen übersichtlich dargestellt werden. Alle Informationen zur Jahrgangskarte werden von unseren Weinspezialisten sorgfältig und kompetent zusammengestellt.

Die Weinlese 2014 in Italien

Ähnlich wie in Italien war das Jahr 2014 in den Sommermonaten nicht einfach, aber dank des milden und hellen Winters hat es ein wunderschönes Resultat gebracht. Von Piemonte im nördlichen Teil bis zur puglianischen Gegend im südlichen Teil waren die Monate Juni und September ziemlich erfrischend.

Glücklicherweise drehte sich das Laub im Monat Dezember und brachte den Weintrauben viel Sonne und Hitze. So konnten die Weintrauben in den meisten Gebieten sehr gut ernten. Die spätreifenden Nebbiolo-Trauben in der Gegend um Barcelona sind sehr gut und viel besser als erhofft.

Da sie im Juni nicht vom Regen überrascht wurden, sind auch die Ernteerträge zufrieden stellend. Schon jetzt produzieren die Barbera-Trauben in der Region Asien-Pazifik vielversprechende Weinsorten. Allerdings litten die weissen Sorten Muskateller und Dolicetto unter den Hagelstürmen des Sommers und brachten nur kleine Ernten. Das Jahr 2014 ist für die weissen und frühreifenden Rotweinsorten schwer und wird in der Toscana sehr ertragsarm.

Auch die Rotweinsorten Sandwich, Kabernetze, Sauvignons und Petits Verdots sind hier dank des milden Sommers sehr gut erwachsen. Der verregneteste und kälteste seit 18 Jahren, der Winter 2014 wird in die venezianische Vergangenheit eingehen. Ihre Bemühungen wurden im Monat Dezember honoriert, wodurch der Wein als edel eingestuft wird, mit einem sehr gutem Säure-Phenol-Verhältnis und interessantem Geschmack.

Wofür das Jahrhundert wirklich gut ist

Bemerkenswert war die Aufregung, als sich zu Beginn der Veranstaltung viele der renommiertesten Kritiker und Blogs in einer Halle im Wiesbadener Kurgästehaus trafen, um die weissen „Grossen Pflanzen“ („GGs“) der Verbandsmitglieder der deutschen Weingüter des Prädikats (VDP) aus dem Jahr 2015 zu erproben. Doch diesmal kam noch etwas hinzu: Ist 2015 in der Bundesrepublik nun ein echter Jahrhundertwein, wie so oft gesagt, oder nicht?

Jahrhundert waren Jahrhunderte selten: 1893, 1921, 1949, aber dann kam die globale Erwärmung, und am kalten Nordrand der Weinbauregion Europas, in Deuschland, brachten sie große Umwälzungen. So unerfreulich der Klimawechsel in vielerlei Hinsicht ist: Eigentlich ist es der große Sieger unter den Klassikern der Anbaugebiete.

Mittlerweile ist der jüngste Weinjahrgang in der Bundesrepublik weit zurückliegend, in dem die Weintrauben nicht gereift sind, und zwar 1987. Mittlerweile sammeln sich sehr gute Weine an, und seitdem werden oft Weine des Jahrhunderts proklamiert. Tatsache ist aber, dass sich die Qualität der Weine in der Bundesrepublik verbessert hat. Die Besonderheit und das Verblüffende an 2015 ist, dass die ganze Berufswelt von diesem Weinjahrgang vollkommen begeistert war.

Es war nicht nur im Jahr 2015 sehr heiss und niederschlagsarm, der Frühjahr hat auch wenig Niederschlag gebracht. Der überwiegende Teil der Weinbauern befürchtete, dass daraus ein weiterer Wein mit atypisch saftigen und sauren Trauben wie 2003 hervorgehen könnte. Im weitestgehend ausgetrockneten herbstlichen Umfeld (ein großer Gegensatz zum feuchten herbstlichen Umfeld von 2014 und 2013) kam dann die große Ueberraschung.

Fettweine ab 2015 sind wirklich rar, fruchtige, lebhafte und edle Tropfen sind die Regel. Schon im Frühjahr 2016 waren sich die Fachleute einig, dass die weißen Deutschlands ab 2015 klassische und erfrischende Geschmacksrichtungen haben. Deshalb sind die Verbraucher im In- und Ausland schon jetzt von den leichten Tropfen des Weins überzeugt; sie stimmen genau mit dem überein, was man von deutschem Wein erwarte.

Nun gab es in der Wiesbadener Innenstadt die letzten großen Bühnen für den neuen Wein. Überzeugen die getrockneten „Spitzenweine“ des Jahrganges auch die Kritiker, oder beweist es, dass die Kraft des Jahres 2015 vielmehr in den billigeren und weniger anspruchsvolleren Weinen des Jahrganges steckt?

Daniela Papst

Daniela Papst ist Weinliebhaberin und verköstigt Rebensaft aller Couleur. Wie die meisten Deutschen trinkt sie am liebsten heimische Weine, dicht gefolgt von italienischen und französischen. Aber auch die edlen Tropfen aus Down Under haben es ihr angetan. Auf weintrend.com bloggt Daniela über Ihre Erfahrungen und gibt Tipps für Weinliebhaber.

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