Malbec

Malbec-Trauben: Schwarzer Wein und Gletscherwasser

Der Malbec ist eine ungeheuer wandlungsfähige Rebsorte, das kommt auch schon in deren Namensvielfalt zum Ausdruck. In Frankreich wird er auch Auxerrois oder Cot gennannt, Österreich variiert die Schreibweise zu Malbeck. Die Rebe war ursprünglich im Bordeaux stark verbreitet, wurde aber zunehmend vom Merlot verdrängt. Heute findet man sie hier kaum noch. Dafür ist sie im Gebiet von Cahors beliebt.

Daneben kommt sie noch, in weit geringerem Maß, im Tal der Loire und im Languedoc-Roussillon vor.

Wein

Am meisten angebaut wird sie aber in Argentinien, mit über 20 000 Hektar findet sich hier weit mehr als die Hälfte der weltweiten Anbaufläche. In Argentinien hat sich der Malbec genetisch leicht verändert. Er bringt hier ebenso kräftige Rotweine hervor wie in Frankreich, aber seine Tannine sind gefälliger und runder. Daher kann er in Südamerika sortenrein ausgebaut werden, was in der Mehrzahl der Fälle auch getan wird. In Frankreich dagegen, wo er für seine Farbkraft und seine geschmackliche Fülle, aber auch für seine rustikalen Tannine bekannt ist, ist er eher als Wein für den Verschnitt, also für die Cuvée, beliebt.

Malbec
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Der Malbec ist eine ungeheuer wandlungsfähige Rebsorte.

Ein Grund für die Verdrängung der Rebsorte im Bordeaux war ihre Anfälligkeit für Krankheiten wie den Falschen Mehltau und für Fäulnis bei feuchter, kühler Witterung. Sie gilt auch wegen ihrer geringen Frosthärte im Winter als schwierig. Besser geeignet ist die Pflanze für den Anbau in Gegenden mit überwiegend trockener Wärme. Dieses Klima kommt auch dem Geschmack zugute: Die dickschaligen Beeren können besser ausreifen und haben dann einen geringeren Gehalt an Tanninen.

Anbaugebiete: von Cahors bis in die Neue Welt

In der Region von Cahors wird der Malbec, meist unter dem Namen Auxerrois, an den Ufern des Flusses Lot kultiviert. Verschnitten wird er hier vorwiegend mit Merlot oder Tannat, aber nur geringen Teilen, denn ein Cahors muss zu mindestens 70 Prozent aus Auxerrois bestehen. Cahors ist auch die eigentliche Heimat des Malbec, von hier aus hat er einst das Bordeaux erobert, wo er wegen seiner satten, tiefdunklen Farbe beliebt wurde: Sie half, den hellen Bordeaux-Weinen ein intensives Rot zu verleihen. Herausragendes Merkmal der Rebsorte ist die lilafarbene bis schwarze Beere. In Cahors wird der daraus gewonnene Wein traditionell vin noir genannt, schwarzer Wein. Im Geschmack typisch ist eine fruchtige Würze mit Anklängen an Pflaumen oder Tabak, Lorbeer und bittere Schokolade.

Wirklich wohl fühlt sich die Rebe in Südamerika. Selbst in über 1000 Meter Höhe, in den Hochlagen der Anden, gedeiht sie bestens. So ist sie derzeit auch in Chile groß im Kommen. Ein wirklicher Star ist sie aber in Argentinien, und hier besonders in der Region Mendoza. Hier findet der Malbec ideale Voraussetzungen und nur hier kann er sein einzigartiges, mildes Säuregerüst ausbilden. Neben den günstigen klimatischen Bedingungen wirkt sich auch die Beschaffenheit der Böden in Argentinien förderlich auf den Geschmack aus. Die Rebe liebt Schotter, Kies oder Muränenschutt. Zur Bewässerung der Weinstöcke wird übrigens häufig Gletscherwasser verwendet, um dem sehr trockenen Klima zu begegnen.

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