Malvasier

Rotes Malvasier

Heute ist der Early Red Malmsey, ein Weißwein, eine absolute Rarität. Der Heribert Erbes ist einer der wenigen Winzer, die noch das Frühe Rote Malvasier kultivieren. Der Bornheimer Winzer hat Malvasier auf einem Viertel Hektar Rebfläche gepflanzt, was nur ein Prozent seiner Weinberge ausmacht. Rote Malvasier, frühe Spätlese, trocken. Die Eigenschaften des Early Red Malmsey sind starkes Wachstum, geringes Berieselungsrisiko und geringe Anfälligkeit für Krankheiten wie Oidium und Botrytis, aber hoch für Peronospora.

Frühe rote Malmsey

Der Malvasierwein hat schon immer Poeten und Intellektuelle beschäftigt. Wahrscheinlich kannten die Abtissin und der Kräuterkenner den Malvasier. Für ihre Heilkräuterrezepte, die in der "Physica" dargestellt sind, benutzte sie Weine. Das Kraut wurde gekeltert, mit etwas Zucker angereichert und im Glas zubereitet. Die Ursache für die Anwendung von Rotwein anstelle des heute oft geschilderten Tees ist wahrscheinlich die höhere Wasserlöslichkeit der Ätherischen Öle und die längere Lagerfähigkeit.

Die Malvasier sind angeblich einer der Lieblingsweine von Luther. Der englische Herrscher (1452 - 1485) ertränkte seinen jüngeren Sohn George, den Duke of Clarence, in einem Faß Malvasierwein, um ihn vom Thron auszunehmen. Der Grünkranz vor meinem Vorzelt, der im Sonnenlicht lachend; Aus einer neuen Paradiestonne macht hier schon Halt, legt sich zur Erfrischung auf den Esstisch, ist mehr als Schaumwein und Malvasier.

Danach kommt pletten Pudding, eine geschichtete Mischung aus Teigwaren, Erdbeeren, Keksen und Eiersahne, zu der der goldgelbe, traubensüße alte Malmseyer in kleinen Süßweingläsern serviert wird".

Weinbauern aus Bornheim kultivieren die rare Sorte "Malvasier".

Es ist aber verhältnismäßig unbekannt", sagt Friedrich Schmidt vom Winzerhof und schildert unter anderem die Traubensorte, die er in seinen Weingärten kultiviert: Das ist Malvasier, von dem wir hier sprechen und das der diplomierte Önologe SCHÖNFELD lustvoll in sein Glas gießt. Die Firma Friedrich Bönfeld kultiviert in den Lagen Borneheim und Fröhlich.

Der Weinbauer aus Bornheim hat Malvasier auf einem Viertel ha Rebfläche gepflanzt, die nur ein Drittel seiner Weinberge ausmachen. Nach Schönfelds Einschätzung wachsen die Rebsorten jedoch bundesweit auf zwei bis drei Hektaren. "Eine Nische, die das Gut aufrechterhält." Er kultiviert Malvasier aus weniger wirtschaftlichen Gründen.

Anders als andere rheinhessische Traubensorten schwankt der Ernteertrag so sehr, dass die Weinbauern zögern, ihn zu kultivieren. Sie gehören immer der Malmsey. Denn die Sorte sei schon zu Luthers Zeiten bekannt und betrunken gewesen, sagt er. Über die Jahrzehnte ist das Malvasier jedoch in den Hintergrund getreten.

Der Malvasier wurde damals nicht in die Sortenliste der in der Bundesrepublik angebauten Sorten eingetragen. Der Malvasier konnte nur mit Sondergenehmigung kultiviert werden. Dies änderte sich erst um die Jahrhundertwende, als das Recht nachgelassen wurde. "Mein Grossvater hat den Malvasier angebaut", erinnert sich der Weinbauer.

Inwieweit der Betrieb den exotischen Wein kultiviert, kann er noch nicht vorhersagen. Die erste Erwähnung des Weingutes wurde im 12. Jh. gemacht. Zunächst in der Obhut von Fürsten, wurde das Gut später an das Stift Kumbd bei Schimmern übertragen, woher der Weinkellerei der Namen abstammt.

Seither ist die Kellerei in Privatbesitz. Nächstes Jahr begeht der letzte Zimmermann-Enkel des Familienunternehmens das 333. Bei dieser Gelegenheit organisiert der Tschumbderhof auch ein Bauernfest. Auch der Weinbauer aus Bornheim hat sich etwas ganz Spezielles ausgedacht. Der Weinbauer will aber nichts mehr preisgeben.

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