Merlot

Samtiger Merlot: Harmonischer Begleiter für viele Gelegenheiten

Der Name der Weinsorte Merlot leitet sich von le Merle ab, dem französischen Ausdruck für die Amsel. Diese Vogelart bevorzugt als Nahrung frühreife Früchte. Das deutet auf die ebenso frühreife und fruchtige Charakteristik des Rotweins hin. Nuancen von Johannisbeere, Kirsche oder Feige begleiten feine Beerenaromen am Gaumen. Dieser Typ ist einer der säurearmen Weine mit wenig Tannin, das heißt mit geringem Gehalt an Gerbstoffen, die eher jung getrunken werden.

Wein

Zu lange Lagerung beeinträchtigt den fruchtigen Geschmack. Das unterscheidet ihn von typischen Lagerweinen wie zum Beispiel dem klassischen Bordeaux, der für Kenner nach 10 oder mehr Jahren sein volles Aroma entfaltet. Der Merlot gilt als Rotweinsorte, die sich durch samtigen und weichen Geschmack auszeichnet. Er schmeckt rund, geschmeidig und füllig. Die Liebhaber schätzen diesen harmonischen Geschmack auch bei seinen helleren Sorten. Die sind ähnlich weich, insgesamt leichter und trockener als ihr roter Verwandter.

Merlot
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Italien gilt neben Frankreich als zweite Heimat des Merlot.

Abstammung und Traubenart

Die Rebsorte stammt ursprünglich aus Frankreich von der Gegend um Bordeaux. Sie nimmt heute einen Spitzenplatz im Ranking der weltweiten Anbauflächen ein. In Südfrankreich war sie vor dem geschmacklich ähnlichen Cabernet Sauvignon zuletzt die am meisten angebaute Rotweinsorte. Ihre Trauben stellen keine hohen Ansprüche an den Boden. Sie sind eher dünnhäutig und leicht zu pressen. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie wenig empfindlich sind gegenüber typischen Pflanzenkrankheiten bei Weinreben wie zum Beispiel dem sogenannten echten Mehltau.

Diese Pilzkrankheit, die Fachleute als Oidium kennen, setzt den Trauben dieser Sorte weniger zu. Sie haben mehr mit anderen Problemen zu kämpfen. Die Rebstöcke vertragen eine längere Trockenheit nicht gut. Und durch ihren frühen Austrieb sind sie anfällig für Spätfrost. Die frühreife Charakteristik dieses Weins wird hier zum Nachteil. Gibt es keine späten Winternächte im Frühling, ist die frühe Reife für Winzer ideal.

Globale Rebsorte

Italien gilt neben Frankreich als zweite Heimat des Merlot. Diesen Namen trägt die Rebsorte in Frankreich offiziell und nachweisbar seit 1784. Ihre Wurzeln reichen dort noch unter einem anderen Namen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Im italienischen Venetien wurde sie Mitte des 18. Jahrhunderts zunächst unter dem Synonym Bordo bekannt. Heute ist sie Bestandteil vieler DOC-Weine. Diese Abkürzung ist eine kontrollierte Ursprungsbezeichnung für italienische Weine. Sie steht für strenge Qualitätsvorgaben hinsichtlich der zugelassenen Rebsorten, des Anbaus und der Weinlese.

In Italien werden die Merlots häufig mit der italienischen Rebsorte Sangiovese verschnitten. Sie gilt dort als einer der wichtigsten roten Rebsorten und ist Bestandteil des klassischen Chianti. Auch in Deutschland versuchen Winzer seit einigen Jahren, hochwertigen Merlot-Wein zu erzeugen. Hier erzielten sie zum Beispiel in der Pfalz oder in Baden erste gute Ergebnisse. Das gilt ebenso für Gebiete außerhalb Europas zum Beispiel in Chile, USA oder Argentinien.

Vielseitig kombinierbar

Dieser Weinklassiker ist ein Begleiter für viele Gelegenheiten. Er passt bestens zu allen mediterranen Gerichten, gleichermaßen zu würzigen wie zu leichteren Speisen, zu Gegrilltem oder Käse und vor allem in der italienischen Variante gut zu Pizza und Pasta. Zu Lamm- und Rindgerichten mundet er ebenfalls gut. In seiner milden, gerbstoffarmen Charakteristik erinnert er an den Spätburgunder, unter Kennern als Pinot Noir bekannt, der als einer der bedeutendsten Rotweinsorten gilt. Er hat einen ähnlich samtigen und harmonischen Charakter mit fruchtigem Aroma.

Auch die rote Rebsorte Garnacha mit spanischem Ursprung weist eine vergleichbare Struktur auf. In Frankreich heißt sie Grenache und zeichnet sich ebenfalls durch einen fruchtig-samtigen Geschmack aus, der auf einem geringen Tanningehalt basiert. Grenache hat einen ähnlich hohen Spitzenplatz im Ranking der Anbauflächen auf der ganzen Welt. Sie wird vor allem in Nordspanien und Süd-Frankreich angebaut. Charakteristische Aromen von Kirschen oder Brombeeren sind dem Merlot ähnlich.

Der Geschmack entscheidet

Bei allen Ähnlichkeiten gilt weiterhin, dass jede Rebsorte ihren individuellen unverwechselbaren Ausdruck und Geschmack hat. Der beliebte Primitivo zum Beispiel zeigt das deutlich: Er stammt ursprünglich aus Kroatien, gilt heute als italienischer Wein und hinterlässt mit mittlerem Tanningehalt einen fruchtig-würzigen Eindruck, mit höherem einen reifen und körperreichen mit langem Abgang. Auch ein Merlot schmeckt nicht immer gleich. Unterschiedliche Anbaubedingungen in verschiedenen Ländern spielen hier eine wichtige Rolle. Manchmal ist ein Verschnitt mit verwandten Trauben die bessere Wahl, in anderen Fällen der sortenreine Merlot. Letztlich entscheidet der persönliche Geschmack. Probieren Sie aus, was ihnen am besten schmeckt.

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