Perlwein

Sanftes Prickeln für glanzvolle Momente: Perlweine

Bei Perlwein handelt es sich um einen feinen, halbschäumenden Wein, der beim Genuss ein leichtes Prickeln auf der Zunge bewirkt. Im direkten Vergleich zu den so genannten Stillweinen besitzt er mehr Kohlensäure. Der Druck liegt bei einer Temperatur von 20 Grad Celsius zwischen einem und zweieinhalb bar, der Alkoholgehalt bei mindestens 8,5 Volumenprozent. Laut des Deutschen Weinrechts werden Perlweine nach hinzugefügter Kohlensäure, nach der Angabe ihrer geografischen Herkunft und nach bestimmten Anbaugebieten unterschieden. Bei der zuletzt genannten Kategorie handelt es sich um Qualitätsperlweine.

Wein

Perlweine zählen weder zu den Stillweinen noch zu den Schaumweinen; sie stellen somit eine besondere Gruppe von Getränken dar. In der Regel wird Perlwein etwas günstiger angeboten als Sekt, da der Winzer keine Sektsteuer abführen muss. Der Geschmack des Perlweins hebt sich durch eine leichte Süße hervor. Diese wiederum wird durch die kitzelnde Kohlensäure etwas verschärft, woraus sich ein feiner Kontrast ergibt.

Perlwein
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Es gibt mehrere Verfahren zur Herstellung von Perlwein.

Die Vielfalt der Herstellung

Es gibt mehrere Verfahren zur Herstellung von Perlwein. Über das so genannte Imprägnierverfahren wird einem Stillwein exogene Kohlensäure zugefügt. Manche Winzer lassen den Most in Drucktanks vergären. Da die Kohlensäure nicht entweichen kann, reichert er sich im Wein an. Als dritte Möglichkeit kann der Wein umgärt werden. Dabei wird er mit einem gewissen Restzuckergehalt vergoren und so der gewünschte Gehalt an endogener Kohlensäure erzielt.

Mancher Hersteller hat sich für das MicoTener-Verfahren entschieden. Dabei wird die Kohlensäure aufgefangen, die bei der ersten Vergärung entsteht, und dem Wein später wieder hinzugefügt. Der Vorteil dieses Verfahrens ist die Verwendung der Wein-eigenen Kohlensäure, die gereinigt, aufbereit und später den Wein in den prickelnden Perlwein verwandeln. Beim MicoTener-Verfahren wird die Kohlensäure per Micro-Hochdruck-Konzentration in den Wein gepresst. Dadurch entsteht eine sehr feine, natürliche und beständige Perlung. Außerdem lassen sich Fehlfarben im Wein mit diesem Verfahren auflösen. Perlweine, die mit der Zufuhr von Kohlensäure hergestellt werden, müssen entsprechend gekennzeichnet werden.

Ein kleiner Ausflug in die Geschichte

Bis in die frühen 1950-er Jahre waren Perlweine hierzulande sehr beliebt, galt dann aber immer mehr als nicht mehr zeitgemäß und zu konventionell. Stattdessen richtete sich die Aufmerksamkeit auf Sekt, Champagner und andere Getränke. Ende des 20. Jahrhunderts begann der Import italienischer Perlweine, nämlich des Prosecco frizzante. Damit erreichte der Perlwein ein überraschendes Comeback. Inzwischen sind auch deutsche Perlweine wieder sehr gefragt. Sie finden sie in der Regel unter der Bezeichnung Secco. Das Bukett verspricht bereits eine liebliche, fruchtige Note bei mildem und dennoch lebendigem Geschmack.

Aufgrund des verhältnismäßig geringen Alkoholgehalts bieten sich Perlweine als idealer Aperitif an. Dabei müssen Sie sich nicht ausschließlich auf weißen Wein festlegen. So finden Sie zum Beispiel fruchtige, leicht süße Perlweine auf der Basis von Portugieser Roséwein und Dornfelder. Manche Perlweine auf der Basis von kräftigem Rotwein überraschen mit ihrer leuchtenden Farbe und ihrem kräftigen Geschmack, der von fruchtiger und belebender Frische untermalt wird.

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