Roséwein

Roséwein: Ideal für Freunde fruchtiger Vielfalt

Roséwein ist unter den Liebhabern edler Tropfen umstritten. Die einen bezeichnen ihn bewundernd als die dritte Sorte neben Rot- und Weißwein. Andere nennen ihn "eine überflüssige Belanglosigkeit" und empfehlen, den roséfarbenen Wein am besten ganz zu meiden. Kenner der Materie schütteln allerdings bei der zweiten Meinung nur mitleidig den Kopf. Roséwein zeichnet sich durch eine aromatische, fruchtige Vielfalt aus.

Wenn Sie solche Geschmacksnoten schätzen, werden Sie schnell feststellen, dass es sich bei diesem edlen Nass keinesfalls um eine "überflüssige Belanglosigkeit" handelt, sondern um eine wertvolle Ergänzung Ihres Weinkellers.

Rosé entsteht nicht durch eine Mischung von Weiß- und Rotwein

Wein

Der schlechte Ruf des Rosés entsteht durch einen Irrglauben. Er werde durch eine Mischung von Rot- und Weißwein hergestellt, lautet vielerorts die Überzeugung. Für die meisten Teile der Erde stimmt dies auch - allerdings nicht für die Europäische Union. Die EU-Kommission wollte diese Art der Fertigung im Jahr 2009 erlauben und bekam es prompt mit einem so großen Aufschrei der Winzer zu tun, dass sie die Idee schnell wieder begraben musste. Erlaubt in Europa ist eine solche Mischung nur im Schaumwein und im Champagner. Und auch in diesen Fällen müssen die blauen und grünen Trauben schon vor dem Keltern oder dem Lagern auf der Maische vermischt worden sein. Eine nachträgliche Kombination ist nicht möglich.

Roséwein
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Roséwein zeichnet sich durch eine aromatische, fruchtige Vielfalt aus.

Innerhalb der EU entsteht Rosé deshalb nur durch hochwertige Fertigungsverfahren aus blauen Trauben, die der Produktion von Rotwein stark ähneln. Manche Experten unterscheiden detailliert fünf bis sechs Fertigungsverfahren. Grundsätzlich wird Roséwein jedoch auf zwei Arten hergestellt:

  1. Die Trauben werden vom Winzer angequetscht, dann lässt er die Maische einige Stunden oder Tage liegen. Anschließend wird die Maische gequetscht, um den Rosé zu gewinnen.
  2. Der Winzer lässt die Früchte auf dem Kelter liegen. Nach einiger Zeit öffnet der den Hahn und lässt den Most. Jener vergärt zum Rosé.

Viele Rotweine wie beispielsweise der Cabernet Sauvingnon, der nicht ohne Grund auch als Rosé existiert, oder der Garnacha werden bei der zweiten Methode gleich mit gefertigt. Im Kelter löst sich der Most durch das Eigengewicht der Trauben. Nach dem Ablassen der Flüssigkeit verbleibt eine Maische mit einem größeren Verhältnis von Schalen zu Saft. Die Maische bildet deshalb eine ausgezeichnete Grundlage für einen geschmacksintensiven Rotwein.

Fruchtige Noten bleiben erhalten: Empfehlungen für Ihre Weinprobe

Der Roséwein kann wesentlich schneller als die beiden anderen Sorten hergestellt werden. Die fruchtigen Noten bleiben erhalten. Dadurch, dass er praktisch aus allen Rebsorten für Rotwein produziert werden kann, entsteht eine große aromatische Vielfalt. Der deutsche Pinot Rosé schmeckt beispielsweise völlig anders als ein Burgunder Rosé. Wenn Sie mit guten Freunden eine Weinprobe der besonderen Art durchführen möchten, um die ganze Vielfalt des Rosés kennenzulernen, haben wir einige Empfehlungen für Sie: Beginnen Sie mit einem deutschen Pinot Rosé und fahren Sie mit einem klassisch-trockenen Roséwein fort. Eine gute Wahl sind die Tropfen aus französischen Anbaugebieten wie der Provence. Runden Sie die Weinprobe mit einem Rosé aus Italien ab. Es handelt sich in allen Fällen um ausgezeichnete Dessertweine für leichte Nachspeisen - z.B. Bayrischer Creme. Legen Sie die Weinprobe deshalb beispielsweise auf die Zeit nach einem guten Essen.

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