Rotwein

Extraktreiche Trauben und vollmundiger Genuss: Rotwein

Dass Rotwein aus dunklen Trauben gepresst wird, liegt auf der Hand. Aber bei weitem nicht jeder Wein aus einer dunkelschaligen Sorte muss ein Rotwein sein. Der entsteht nur, wenn der Saft nach dem Pressen längere Zeit in Kontakt mit der Beerenhaut bleibt. Bei dieser sogenannten Maischegärung wird der helle Saft zusammen mit den Schalen vergoren. Fruchtige, jung zu trinkende Sorten werden nach der Gärung nur kurz im Stahl- oder Betontank gelagert und dann auf Flaschen gezogen.

Hochwertige Gewächse dagegen werden häufig im Holzfass ausgebaut und reifen dann anschließend noch in der Flasche nach. Das ist ein Vorgang, der mehrere Jahre dauern kann. In Italien und Spanien zum Beispiel ist die Dauer dieses Reifeprozesses für einzelne Qualitätsstufen genau festgelegt. Heute werden die meisten Rotweine trocken ausgebaut, seit der Antike waren sie aber über viele Jahrhunderte ausgesprochene Süßweine.

Am liebsten schön warm: die Anbaugebiete

Wein

Qualitätsvolle Rotweine gedeihen fast nur in wärmeren Klimazonen. Sie enthalten Polyphenole, das sind bioaktive Substanzen wie Farbstoffe oder Tannine. Diese brauchen zum Reifen besonders viel Wärme, im Unterschied zum Zucker und zu den vielen Aromen, die bei den europäischen Weißweinen eine größere Rolle spielen. Deshalb gelten die mitteleuropäischen Länder und der Norden Frankreichs als klassische Weißwein-Gebiete. Die Mittelmeerländer sind dagegen mehr für ihren Rotweinanbau bekannt.

Rotwein
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Qualitätsvolle Rotweine gedeihen fast nur in wärmeren Klimazonen.

Weltweit führend sind unter anderem das Bordeaux und das Burgund in Frankreich, das Piemont und die Toskana in Italien, in Spanien Penedés, Ebro- und Duerotal, in Portugal das Dourotal. Aus den USA kommen gute Weine, die im Napa- und Sonoma-Gebiet angebaut werden, Australien punktet mit Barossa Valley, Coonawarra oder McLaren Vale und auch Argentinien, Chile und Südafrika, mit Stellenbosch und Paarl, bringen hochklassige Weine auf den Weltmarkt. Aber auch Österreich und Deutschland haben sehr guten Rotwein, vor allem als Spätburgunder oder Pinot Noir, zunehmend aber auch aus anderen Rebsorten.

Bei den international angebauten Reben lassen sich grob zwei Gruppen unterscheiden. Besonders hohe Anteile an Polyphenolen haben unter anderem Cabernet Sauvignon, Malbec, Nebbiolo oder Tempranillo. Sorten mit niedrigem Polyphenolgehalt dagegen sind Dornfelder, Gamay oder Portugieser, die gern in den kühleren Gebieten kultiviert werden.

Die Qual der Wahl

Schier unbegrenzt scheint die Auswahl an Rotweinen jeder Preiskategorie. Wenn Sie Rotwein einkaufen, sollten Sie nicht nur daran denken, bei welcher Gelegenheit und zu welchen Speisen Sie den Wein trinken möchten. Ebenso wichtig ist auch die unterschiedliche Lagerfähigkeit der einzelnen Weine.

Zum baldigen Genuss bestimmt sind junge, fruchtige Weine. Als Paradebeispiel kann hier der Beaujolais mit seinem lebhaften Traubenaroma gelten, das bei längerer Lagerung deutlich an Frische verliert. Ebenso steht es mit der frischen Fruchtigkeit eines italienischen Chianti. Die meisten feinen Rotweine sind allerdings sind mittelschwer und vertragen auch eine gewisse Lagerzeit. Beim Servieren fallen sie oft durch ihren Bodensatz auf, der im Glas nicht schön aussieht, aber eher ein Qualitätsmerkmal ist, das sich während der Reifezeit gebildet hat.

Die besonders gehaltvollen, schweren Rotweine aus dem Burgund und dem Bordeaux, aber auch ein Barolo etwa oder ein Amarone sind gut zur Lagerung geeignet und sollten sogar ein paar Jahre in der Flasche reifen. Wann jedoch der jeweils ideale Zeitpunkt zum Trinken ist, hängt sehr vom Jahrgang und vom Ausbau des einzelnen ab. Die Experten sprechen mitunter von einem Reifezeit von bis zu 15 Jahren. Generelle Empfehlungen sind hier jedoch schwer zu geben und am besten treffen meist die Hinweise der Winzer selbst zu.

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