Wein

Solera Sherry

Die Solera-Anlage ist ein Verfahren zur Reifung von Sherry, Malaga, Brandy oder Eiswein. Der Prozess hat seinen Namen vom Namen der untersten Reihe von Fässern (spanische Solera „auf dem Boden liegend“), die darüber gestapelten Reihen werden criaderas (spanische criadero „Zucht“) genannt. Er kommt unter anderem aus Jerez de la Frontera und kennt den Solera-Prozess. Das Solera-System hat verschiedene Criaderas, d.h. Reihen mit einer festen Anzahl von Fässern. Der älteste Wein steht unten, daher der Name Solera (Boden).

Der Solera-Prozess

Der Solera-Prozess kann wie folgt erleichtert werden: Zumindest drei, aber oft mehr, Fassreihen werden aufeinanderschieben. Das Faß am unteren Ende wird Solera genannt (vom Latin Sole – unten), die oberen Zeilen heißen Criaderas( von ca. 1). Die zu verkaufenden Sherrys werden immer aus der unteren Reihe der Barriques genommen.

Aus der Trommelreihe wird die Entnahmemenge aufgeladen. Dieser Grundsatz gilt bis in die oberste Reihe der Fässer. Dort wird die abgenommene Quantität nun durch jungen, angereicherten Most wiederhergestellt. Der Jungwein bewegt sich so von oben nach unten durch die Anlage und ist ständig mit den darunter liegenden alten Weinen verheiratet.

Der Jungwein erfrischt die reifen Tropfen, wobei er zugleich die vielschichtigen Reifegerüche der alten Tropfen aufnimmt. Dieses Grundprinzip ist einer der Grundbausteine für den unverwechselbaren Sherry-Geschmack, der für die Reifung unter dem Haufen unerlässlich ist, da die Hefen immer wieder neue Lebensmittel benötigen. Andererseits gewährleistet sie die gleichbleibende Güte der jeweiligen Sherry-Marken über viele Jahre.

Tatsächlich aber liegt die Criadera-Treppe in der Praxis meist nicht aufeinander, sondern oft auch in unterschiedlichen Bodega-Gebäuden, und die aufeinanderliegenden Läufe in einer Weinkellerei beinhalten meist alle die gleichen Criadera-Treppe. Dies ist der einzige Weg, um zu erzielen, dass 10 oder mehr Criadera-Level oft an der Herstellung eines Sherry mitwirken.

Die Erfinder dieses Systems stehen ebenso im Dunkel der Vergangenheit wie die exakte Zeit ist nur gewiss, dass alle Kellereien am Ende des 18. Jahrhunderts dieses System verwendeten. Vermutlich haben mehrere Gründe zur (teilweise sicherlich zufälligen) Entwicklung dieser Weinreife geführt. Der Zunft der Weinbauern (die die Reben nicht exportiert, sondern an die großen Handelsbetriebe verkauft haben) war es jedoch untersagt, sie in verschiedenen Jahrgängen zu mischen (wie es heute bei fast allen Sherrys der Fall ist).

Ausschlaggebend war sicherlich der Vorgang der Verlader, die großen Handelsunternehmen wollten die Genehmigung erhalten, ihre alten Bestände mit Jungwein zu erneuern, diesem Antrag wurde 1755 entsprochen. Wir entwerfen die Identitäten der Sherry-Weine, wie wir sie heute noch kennen.

Daniela Papst

Daniela Papst ist Weinliebhaberin und verköstigt Rebensaft aller Couleur. Wie die meisten Deutschen trinkt sie am liebsten heimische Weine, dicht gefolgt von italienischen und französischen. Aber auch die edlen Tropfen aus Down Under haben es ihr angetan. Auf weintrend.com bloggt Daniela über Ihre Erfahrungen und gibt Tipps für Weinliebhaber.

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