Spätburgunder

Spätburgunder ist der Star unter den Rotweinen

In Österreich nennt man ihn Blauburgunder, in Frankreich und der Schweiz Pinot Noir und in Deutschland Spätburgunder. Gemeint ist immer eine der ältesten kultivierten Rebsorten überhaupt, denn sie wird bereits seit einigen tausend Jahren angebaut. Wahrscheinlich stammt die Traube aus dem französischen Burgund, woher sie auch ihren Namen hat, und ist eine direkte Mutation der Wildrebe. Rotweine aus der Pinot Noir-Traube gehören zu den besten und geschmackvollsten überhaupt, wobei die bekanntesten aus dem Mutterland Frankreich stammen. Doch auch deutsche Sorten haben in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht und können zum Teil mit den französischen Burgundern problemlos mithalten.

Anbauländer und Herstellung

Wein

Bereits im Jahre 884 ließ Karl der Dicke die ersten Rebstöcke im Bodmaner Königsweingarten am Bodensee pflanzen. Daraus ist, trotz ihrer Anspruchshaltung, eine der beliebtesten Weinsorten der Deutschen geworden. Heute entfallen etwa 12 Prozent der Anbaufläche auf den Pinot Noir, weshalb die Deutschen hinter Frankreich und den USA zu den größten Produzenten des Spätburgunders zählen. Vor allem in Rheinhessen, in der Pfalz sowie in Baden und Württemberg befinden sich die größten Weinbauflächen. Doch nicht nur in Deutschland, auch in vielen anderen Ländern dieser Welt wird die Rebsorte angebaut, darunter unter anderem Österreich, der Schweiz, Italien, Spanien, Südafrika und Australien.

Spätburgunder
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Spätburgunder ist der perfekte Wein für die kalte Jahreszeit.

Bis vor wenigen Jahrzehnten wär deutscher Spätburgunder eher süßlich im Geschmack und galt zudem als schwach in Farbe und Körper. Dies hat sich jedoch drastisch gewandelt, so dass auch Rotweine aus deutscher Produktion reich an Tannin sind, gehaltvoll und farbintensiv. Wie ein solch qualitätsvoller Wein gelingt, ist jedoch maßgeblich abhängig von den Boden- und Witterungsbedingungen vor Ort. Die Sorte bevorzugt kühle Standorte, an denen sich die feine Säure besonders gut herausbilden kann. Farbe und Aroma wird dem Wein schließlich durch die Art der Gärung und Reifung verliehen. Ein erprobtes Winzerverfahren, bei dem das Optimum an Farbe und Fruchtaroma aus den Trauben herausgezogen wird, ist die Kaltmazeration. Dabei lässt der Winzer die Maische längere Zeit gut gekühlt stehen. Je nachdem, wie intensiv diese Verfahren angewendet und wie lange der Wein reifen konnte, gelingt das Ergebnis entweder fein und seidig oder vollmundig und aromatisch.

Varianten und Verwendung

Im Gegensatz zu traditionelleren Spätburgundern enthalten moderne Kelterungen mehr Gerbstoffe, dafür aber weniger Säure und sind von einer tieferen Farbe. Zwar wird die Sorte vor allem als trockener Rotwein angebaut, es gibt jedoch auch Rosé und Sekt. Letzteres überrascht nicht allzu sehr, schließlich ist die Pinot Noir-Traube eine der wichtigsten bei der Herstellung von Champagner. Sie verleiht dem spritzigen Edelgetränk die edle, tiefe Note. Eine weitere Besonderheit des Spätburgunders ist der Blanc de Noir, bei dem aus den roten Trauben ein weißer Wein gekeltert wird. Spätburgunder höherer Qualitäten reifen in der Regel im Barriquefass, einem auch für die Reifung von Whisky verwendetem Eichenfass, aus.

Spätburgunder ist der perfekte Wein für die kalte Jahreszeit, wenn vor allem deftige und fleischige Gerichte auf den Tisch kommen. Perfekt auf 16 bis 18 °C gekühlt, passt der Rotwein wunderbar zu Braten, Wild- und Schmorgerichten sowie zu einer delikaten Käseplatte. Ein heller Spätburgunder bzw. Weißburgunder schmeckt jedoch auch zu Vorspeisen und weißem Fleisch, etwa Geflügel.

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