Welcher Wein passt zu Bratwurst, Steak und gegrilltem Gemüse? Die kurze Antwort: ein geschmeidiger, fruchtbetonter Rotwein mit weichen Tanninen oder ein kräftiger, gut gekühlter Rosé. Tannine sind Gerbstoffe, die den Mund zusammenziehen. Harte Tannin-Bomben übertönen das Essen und passen nicht zum Grillbuffet.
Die Intensität des Weins muss zur Intensität des Essens passen. Ein zartes Fischfilet wird von einem wuchtigen Rotwein erschlagen. Ein rauchiges Rib-Eye lässt einen filigranen Weißwein verschwinden. Wer den Grillteller gemischt plant, fährt mit einem Allrounder gut.
Wein zu Fleisch
Kräftiges Rindfleisch verträgt einen Rotwein mit mehr Struktur, weil sich die Tannine an Fett und Eiweiß binden und das Steak den Wein weicher macht. Greifen Sie zu einem Tempranillo aus der Rioja, etwa einem Crianza, wenn das Fleisch mariniert ist. Die Fassreife poliert die Tannine, und die Würze der Marinade bekommt Raum.
Wenn BBQ-Sauce und Raucharomen auf dem Teller liegen, passt ein Carmenère. Der spiegelt mit Rauch, Paprika und dunklen Beeren genau diese Aromen wider. Für Schwein und Geflügel reicht ein leichterer Rotwein oder ein kräftiger Rosé.
Gemüse und vegetarische Optionen
Ein kräftiger, trockener Rosé aus Grenache ist ein Allrounder für den gemischten Grillteller, auch mit gegrilltem Gemüse und Halloumi. Er hat genug Körper für das Gemüse und genug Frische für heiße Sommerabende. Wenn Sie lieber Weißwein trinken, wählen Sie einen mit etwas Körper, der die Röstaromen nicht überdeckt.
Würze und Marinaden
Würzige Marinaden und scharfe Gewürze verlangen nach Weinen, die nicht zu streng sind. Fruchtbetonte Rotweine mit weichen Tanninen oder ein Rosé mit etwas Restsüße nehmen die Schärfe. Ein Carmenère passt besonders gut zu rauchigen BBQ-Noten, weil er selbst Rauch und Paprika mitbringt.
Serviertemperatur, Glas und Dekantieren
Die richtige Serviertemperatur, das passende Glas und das richtige Dekantieren bestimmen, ob der Wein zur Geltung kommt. Zu warm servierter Rotwein schmeckt alkoholisch und stumpf, ein zu kalter Weißwein verliert seine Frucht. Kälte dämpft die Aromen und die Wahrnehmung von Süße. Wärme verstärkt Alkohol und Tannine.
Nehmen Sie den Rotwein eine Weile vor dem Servieren aus dem Keller, damit er nicht zu warm wird. Rosé und Weißwein gehören vor dem Grillen in den Kühlschrank. Ein großes Glas mit bauchiger Form lässt den Rotwein atmen und entfaltet die Aromen. Junge, kräftige Rotweine gewinnen durch Dekantieren, also das Umgießen in eine Karaffe, weil sie dabei Sauerstoff aufnehmen.
