Wein für das Weihnachtsmenü auswählen
Wählen Sie den Wein zum Weihnachtsessen nach Hauptgang, Sauce und Würzung aus. Ein leichter Fischgang mit Zitronensauce passt zu anderen Weinen als ein kräftiger Braten mit dunkler Sauce. Die Regel „Rotwein zu Fleisch“ reicht als Orientierung nicht aus.
Der Wein sollte die Aromen des Essens nicht überdecken, und umgekehrt. Wichtig ist auch, dass er Ihnen und Ihren Gästen schmeckt. Säure bringt Frische; Gerbstoffe können den Mund trocken und leicht rau wirken lassen. Säure und Gerbstoffe beeinflussen, wie ein Wein zum Gericht schmeckt, legen die Wahl aber nicht fest.
Beginnen Sie bei Sauce und Würzung
Schauen Sie zuerst darauf, was den Geschmack auf dem Teller prägt. Bei einem Braten sind das oft die Sauce und die Röstaromen. Bei Geflügel können Füllung, Beilagen und Gewürze stärker ins Gewicht fallen als das Fleisch allein. Eine cremige Sauce verlangt nach einer anderen Begleitung als eine fruchtige oder säuerliche Sauce.
Auch Süße, Fett und Würze geben Hinweise. Ein Wein mit deutlicher Säure sorgt bei einem fettreichen Gericht für Frische. Süße im Essen kann einen sehr trockenen Wein herb oder sauer erscheinen lassen. Bei kräftig gewürzten Speisen sollte der Wein genug Geschmack mitbringen, damit er neben dem Essen nicht untergeht.
Für Gans, Ente oder Wild gibt es deshalb keine Rebsorte, die immer passt. Prüfen Sie die Sauce und die Zubereitung: Zu dunkler Bratensauce und kräftigen Röstaromen passt ein gehaltvollerer Wein als zu einer hellen, milden Sauce. Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie einen Wein, den die Familie bereits gern trinkt, und richten Sie sich nach der stärksten Geschmacksnote des Gerichts.
Stimmen Sie Wein und Essen aufeinander ab
Ein zartes Gericht wirkt mit einem sehr kräftigen Wein schnell überlagert. Umgekehrt geht ein leichter Wein neben einem intensiven Braten leicht unter. Als einfache Faustregel gilt: Je kräftiger die Aromen auf dem Teller, desto mehr Körper und Geschmack darf der Wein mitbringen.
Sie können ähnliche Aromen verbinden oder für einen Ausgleich sorgen: Ein frischer Wein passt zu einem cremigen Gang, ein weicherer Wein zu einem milden Gericht. Solche Kombinationen geben eine Orientierung und lassen sich nach Geschmack variieren. Da Geschmäcker verschieden sind, zählt auch, was Ihre Gäste gern trinken.
Planen Sie wenige Weine
Sie müssen nicht zu jedem Gang eine neue Flasche öffnen. Wenn mehrere Gänge ähnlich kräftig und ähnlich gewürzt sind, kann ein Wein das Essen begleiten. Orientieren Sie sich dabei am Hauptgang, denn er prägt den Abend meist am stärksten.
Wechseln Sie den Wein, wenn sich die Gänge deutlich unterscheiden, etwa von einem leichten Fischgericht zu einem kräftigen Braten. Zu Schokolade sollte der Wein süß genug sein, damit er neben ihr nicht dünn oder sauer wirkt. Welche Kombination passt, hängt auch davon ab, ob die Schokolade weiß, Vollmilch oder dunkel ist.
Für Raclette nennt das Deutsche Weininstitut Grauburgunder aus Baden oder der Pfalz als vielseitige Möglichkeit. Stehen Schinken oder Salami im Vordergrund, kommen fruchtiger Trollinger oder Frühburgunder infrage. Bei Raclette mit frischem Obst und gekochtem Schinken empfiehlt das Institut trockenen Riesling. Entscheidend bleibt, welche Zutaten auf dem Tisch dominieren.
Servieren Sie Wein passend temperiert
Zu kalt servierter Wein zeigt weniger Aroma. Wird Rotwein zu warm serviert, wirkt er schwer und alkoholisch. Sie müssen die Temperatur nicht genau treffen: Leichte Weißweine schmecken gut gekühlt, kräftigere Weißweine etwas weniger kalt. Auch Rotwein sollte nicht pauschal bei warmer Zimmertemperatur ins Glas kommen.
Das Deutsche Weininstitut nennt als Orientierung 9 bis 11 °C für junge, leichte Weißweine und 11 bis 13 °C für kräftigere Weißweine; Rosé servieren Sie bei 9 bis 13 °C. Bei Rotwein reichen die Empfehlungen von 14 bis 16 °C für leichte Sorten bis 18 bis 20 °C für sehr gerbstoffreiche Sorten; gehaltvolle Rotweine liegen bei 16 bis 18 °C. Wenn eine Flasche zu warm ist, stellen Sie sie vor dem Essen kurz kühl.
Bieten Sie alkoholfreie Alternativen an
Stellen Sie zum Festessen auch eine alkoholfreie Alternative bereit. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen, auf Alkohol zu verzichten; für Schwangere und Stillende sowie für Kinder und Jugendliche gilt diese Empfehlung besonders deutlich. Niemand muss seine Entscheidung begründen.
Bei entalkoholisiertem Wein wird dem Wein nach der Herstellung der Alkohol entzogen. Geschmack und Qualität unterscheiden sich je nach Produkt. Wenn Sie eine solche Flasche anbieten möchten, wählen Sie sie nach dem Geschmack und der gewünschten Süße aus und servieren Sie sie passend zum Essen.