Verkosten und Grundwissen

Wein optisch bewerten: Vorbereitung und das richtige Zubehör

Um einen Wein optisch zu beurteilen, brauchen Sie neutrales Licht, einen hellen Hintergrund und ein sauberes, farbloses Glas. So erkennen Sie Farbton, Farbtiefe und Klarheit. Daraus lässt sich die Qualität aber nicht zuverlässig beurteilen.

Für eine einzelne Probe genügt meist, was Sie zu Hause haben. Vergleichen Sie mehrere Weine unter ähnlichen Bedingungen. Halten Sie zuerst fest, was Sie sehen, und bewerten Sie es danach.

Licht und Hintergrund vorbereiten

Tageslicht eignet sich gut, solange es den Wein nicht durch farbige Vorhänge oder andere Lichtquellen verfälscht. Künstliches Licht sollte ebenfalls möglichst farbneutral sein. Kerzenlicht als einzige Lichtquelle erschwert die Farbbeurteilung, weil sein rötlicher und gelblicher Schein den Eindruck verändert.

Halten Sie das Glas vor ein weißes Blatt Papier oder ein helles, neutrales Tuch. Eine weiße Tischfläche erfüllt denselben Zweck. Für eine private Weinprobe brauchen Sie keine professionelle Verkostungsbeleuchtung: Entscheidend ist, dass Licht und Hintergrund die Farbe nicht sichtbar verschieben.

Das passende Glas wählen

Ein sauberes, klares und farbloses Glas lässt Farbe und Trübung am besten erkennen. Muster, eingefärbtes Glas und sichtbare Rückstände stören den Eindruck. Riecht das Glas fremd, beeinträchtigt das später den Geruch des Weins. Prüfen Sie es deshalb vor dem Einschenken.

Für die reine Sichtprüfung ist kein Spezialglas nötig. Wenn Sie den Wein anschließend auch riechen und verkosten möchten, bietet ein Verkostungsglas mit einer nach oben enger werdenden Öffnung einen praktischen Vorteil: Es bündelt die Duftstoffe besser als ein weit geöffnetes Glas. Ein schwarzes, undurchsichtiges Glas ist dagegen ein Sonderzubehör für Blindproben, bei denen die Farbe bewusst verborgen bleiben soll.

Farbe und Klarheit beurteilen

Betrachten Sie den Wein zuerst, ohne das Glas zu bewegen. Neigen Sie es anschließend leicht, ungefähr um 45 Grad, und schauen Sie vom Rand zur Mitte. So lässt sich die Farbtiefe leichter vergleichen. Die 45 Grad dienen nur als Orientierung; Sie müssen den Winkel nicht genau einhalten.

Beschreiben Sie vier Merkmale: Wirkt der Wein klar oder trüb? Ist seine Farbe blass oder tief? Welchen Farbton sehen Sie? Fallen Ablagerungen oder Bläschen auf? Bei Weißwein reichen die Beschreibungen von grünlich-gelb und zitronengelb bis gold, bernsteinfarben oder braun. Bei Rotwein passen etwa violett, rubin, granat, tawny oder braun. Diese Begriffe helfen beim Vergleichen; sie bilden keine einheitliche Skala für die Weinqualität.

Trübung bedeutet nicht automatisch, dass ein Wein fehlerhaft ist. Bei einem Wein, der wenig geklärt oder filtriert wurde, kann die Trübung gewollt sein. Ablagerungen wie Weinstein oder Depot sind außerdem etwas anderes als eine gleichmäßige Trübung. Auch Kirchenfenster, die nach dem Schwenken am Glas hinunterlaufen, sind kein Beweis für besondere Qualität.

Aufwand und Zubehör planen

Für eine einzelne Flasche genügen ein vorhandenes klares Glas, helles Papier und geeignetes Licht. Legen Sie die nötigen Dinge vor dem Einschenken bereit. Für die Sichtprüfung gibt es keine festgelegte Dauer. Beim Vergleich mehrerer Weine verwenden Sie möglichst gleiche Gläser und denselben Hintergrund und notieren Klarheit, Farbtiefe und Farbton jeweils mit denselben Begriffen.

Vorhaben Sinnvolle Ausstattung
Einzelne Probe Sauberes, farbloses Glas, weißes Papier und neutrales Licht
Vergleich mehrerer Weine Mehrere möglichst gleiche Gläser und ein Notizblatt
Blindprobe ohne Farbeindruck Schwarze, undurchsichtige Gläser
Untersuchung feiner Trübungen Spezialgerät wie ein Dispersionsmesser, das für die übliche Sichtprüfung nicht nötig ist

Die Preise hängen davon ab, welches Zubehör Sie kaufen. Zum Einstieg brauchen Sie nichts zusätzlich zu kaufen, wenn Sie bereits ein passendes Glas und einen hellen Hintergrund haben. Kaufen Sie zusätzliche Ausrüstung nur, wenn Sie eine Blindprobe machen oder Trübungen genauer untersuchen möchten.

Beobachtung von Qualität trennen

Eine dunkle Farbe bedeutet nicht automatisch, dass ein Rotwein hochwertiger ist. Die Farbtiefe hängt unter anderem von der Rebsorte ab. Die Maßstäbe für Farbe und Klarheit unterscheiden sich je nach Region und Kultur. Beschreiben Sie deshalb zuerst, was Sie sehen. Bewerten Sie den Eindruck erst danach zusammen mit Geruch und Geschmack.