Bei Pasta mit Sahnesauce bestimmt die Sauce den passenden Wein, nicht die Nudelform. Die Nudel schmeckt neutral, weil sie nur aus Weizen, Wasser und vielleicht etwas Ei besteht. Sahnesauce ist fettreich und mild. Deshalb braucht der Wein genug Säure, um die Cremigkeit zu schneiden, und genug Körper, um neben der Sauce zu bestehen. Trockene Weißweine mit mittlerem bis vollem Körper und frische Schaumweine sind die besten Ausgangspunkte.
Die Sauce bestimmt den Wein
Eine einfache Orientierung hilft beim Einstieg: Je leichter und frischer das Gericht, desto frischer der Wein. Je kräftiger die Sauce, desto strukturierter sollte der Wein sein. Eine Sahnesauce mit Lachs und Garnelen braucht einen anderen Wein als eine kräftige Sahnesauce mit Käse und Schinken. Wer sich daran orientiert, liegt selten daneben.
Cremigkeit braucht Säure
Sahne und Fett legen sich als Schicht auf die Zunge und stumpfen den Geschmack ab. Säure im Wein schneidet diese Schicht und räumt den Mund für den nächsten Bissen frei. Ein Wein ohne Säure wirkt neben Sahnesauce schwer und matt, er verstärkt das Fettgefühl, statt es zu brechen. Deshalb funktionieren Schaumweine so gut: Die Kohlensäure und die frische Säure reinigen den Gaumen zwischen den Bissen.
Leichte und kräftige Sahnesaucen
Leichte Sahnesaucen mit Fisch, Garnelen oder Gemüse vertragen frische, schlanke Weißweine. Ein trockener Sauvignon Blanc oder ein Pinot Grigio bringt genug Säure mit, ohne die Sauce zu überdecken. Kräftige Sahnesaucen mit Käse, Pilzen oder Schinken brauchen kräftigere Weine. Hier passen Weine mit vollem Körper und etwas Reife, die neben der dichten Sauce noch eine eigene Stimme haben.
Weinempfehlungen zu Sahnesauce
Für Lachs und Garnelen in cremiger Sauce eignet sich ein Chardonnay, der im Edelstahltank ausgebaut wurde und deshalb keine Holznoten trägt. Alternativ passt Champagner, dessen Säure und Perlage die Sahne auflockern. Zu Sahnesauce mit Käse greifen Sie zu Prosecco oder Cava, beide bringen Frische und eine feine Perlage mit. Wer es ruhiger mag, nimmt einen trockenen Riesling, der mit seiner klaren Säure auch reichhaltige Saucen trägt.
Rotwein zur Sahnesauce?
Weißwein ist bei Sahnesauce die sicherere Wahl, weil Rotwein mit Tanninen und Sahne oft nicht gut zusammenpasst. Tannine legen sich trocken und pelzig auf die Zunge, das verträgt sich schlecht mit Fett. Eine Ausnahme bilden helle, tanninarme Rotweine wie ein leichter Pinot Noir, wenn die Sauce zusätzlich Tomate oder eine kräftige Fleischkomponente enthält. Schwere, kräftige Rotweine sollten Sie bei Sahnesauce weglassen.
Serviertemperatur
Weißweine und Schaumweine servieren Sie gekühlt. Zu kalt serviert schmeckt jeder Weißwein dünn und aromalos, deshalb nehmen Sie die Flasche etwa zehn Minuten vor dem Einschenken aus dem Kühlschrank. Dekantieren ist bei diesen Weinen nicht nötig, sie brauchen keine Luft, um sich zu öffnen.
