Servieren und Lagern

Das passende Glas für Rotwein finden

Wer Rotwein trinkt, greift oft zum erstbesten Glas aus dem Schrank. Dabei macht die Glasform einen spürbaren Unterschied. Sie beeinflusst, wie viel Sauerstoff an den Wein kommt, wie sich die Aromen entfalten und wie der Wein auf der Zunge ankommt. Zu Hause brauchen Sie keine zehn verschiedenen Gläser. Zwei Glastypen reichen aus: einer für leichte, einer für kräftige Rotweine.

Warum die Glasform den Geschmack verändert

Ein Rotweinglas ist größer als ein Weißweinglas, und das hat einen Grund. Die größere Oberfläche des Weins im Glas kommt mit mehr Sauerstoff in Kontakt. Der Sauerstoff öffnet die Aromen und macht die Tannine weicher. Tannine sind Gerbstoffe, die für das trockene Mundgefühl verantwortlich sind. Ein kleines, schmales Glas lässt dem Rotwein zu wenig Luft. Dann wirkt er flach und verschlossen.

Auch die Form des Glasrandes ist wichtig. Ein Rand, der sich nach oben verjüngt, bündelt die aufsteigenden Aromen und führt sie direkt zur Nase. So nehmen Sie beim Riechen mehr von den feinen Duftnoten wahr. Ein Glas mit weitem, offenem Rand verliert dagegen viele Aromen an die Umgebung.

Zwei Gläser für leichte und kräftige Rotweine

Für den Hausgebrauch reichen zwei Rotweinglastypen. Der erste Typ passt zu leichten, frischen Rotweinen, etwa Pinot Noir, Spätburgunder oder Beaujolais. Diese Weine haben zarte Fruchtaromen, die schnell verfliegen. Ein Glas mit mittelgroßem, rundem Bauch und einer leicht verengten Öffnung sammelt diese Aromen und schützt sie vor zu viel Sauerstoff. Die Form erinnert an ein Burgundglas, das etwas bauchiger ist als ein Bordeauxglas.

Der zweite Typ passt zu kräftigen, tanninreichen Rotweinen wie Cabernet Sauvignon, Syrah oder Barolo. Diese Weine brauchen ein großes, bauchiges Glas mit viel Luftkontakt. Die große Oberfläche lässt den Wein atmen. Die Tannine werden weicher, und die intensiven Aromen von dunklen Beeren, Gewürzen oder Eiche kommen besser zur Geltung. Ein klassisches Bordeauxglas hat diese Form: hoch, mit großem Bauch und einer schmaleren Öffnung.

Fünf Gläser für den Alltag

Sie müssen nicht für jede Rebsorte ein eigenes Glas kaufen. Eine sinnvolle Grundausstattung besteht aus zwei Rotweingläsern, zwei Weißweingläsern und einem Schaumweinglas. Mit diesen fünf Gläsern kommen Sie im Alltag gut zurecht, vom Feierabendglas bis zum Gästeabend. Wenn Sie nur ein einziges Glas kaufen möchten, wählen Sie ein mittelgroßes Rotweinglas mit rundem Bauch. Es eignet sich für die meisten Rotweine und taugt auch für kräftige Weißweine oder gereifte Weißweine.

Achten Sie beim Kauf auf dünnes Glas. Dickes Glas überträgt die Wärme der Hand schneller auf den Wein und macht den Rand schwerer. Beides macht das Trinken weniger angenehm. Ein Stiel ist wichtig. So können Sie das Glas am Stiel halten, ohne den Wein mit der Handfläche zu erwärmen. Kristallglas oder bleifreies Kristall ist dünner und feiner als normales Glas, aber auch teurer. Für den Alltag reicht ein robustes Maschinenglas, das in die Spülmaschine darf. Mundgeblasene Gläser sind empfindlicher und gehören meist in die Handwäsche.

Richtig einschenken

Füllen Sie Rotweingläser nur etwa zu einem Drittel. So bleibt genug Platz im Glas, damit sich die Aromen sammeln und Sie den Wein schwenken können, ohne etwas zu verschütten. Beim Schwenken benetzt der Wein die Glaswand. Die vergrößerte Oberfläche gibt noch mehr Aromen frei. Trinken Sie aus der Mitte des Glases, nicht vom Rand. Dann läuft der Wein gleichmäßig über die Zunge.