Der passende Wein für winterliche Gerichte
Zu winterlichen Gerichten passt ein Wein, dessen Kraft und Geschmack zu Fettgehalt und Würzung des ganzen Essens passen. Eine heiß servierte Suppe oder ein Schmorgericht braucht deshalb nicht automatisch einen schweren Rotwein.
„Körper“ beschreibt, wie leicht oder vollmundig ein Wein im Mund wirkt. Stimmen Sie ihn auf das Gericht ab und berücksichtigen Sie auch Sauce und Beilagen.
Körper und Gericht abstimmen
Eine klare Suppe oder ein mildes Kartoffelgericht passt meist zu einem leichten, frischen Wein. Zu einem lange geschmorten Eintopf passt eher ein Wein mit mehr Körper und intensiverem Geschmack. Dasselbe gilt für vegetarische Gerichte: Durch Rösten oder langes Schmoren bekommen etwa Pilze und Wurzelgemüse intensive, erdige Aromen.
An der Hauptzutat allein lässt sich der passende Wein selten erkennen. Ofengeflügel mit süßlichem Rotkraut und Knödeln schmeckt anders als ein helles Geflügelgericht mit feiner Sauce. Achten Sie deshalb auf den kräftigsten oder geschmacklich wichtigsten Bestandteil auf dem Teller.
Weine zu Wintergerichten
| Gericht | Passende Weinstile als Ausgangspunkt |
|---|---|
| Gans, Ente oder Truthahn aus dem Ofen | Kräftiger Grauburgunder oder Chardonnay; als rote Alternative ein fruchtbetonter Spätburgunder |
| Zartes Reh | Spätburgunder mit feiner Struktur |
| Hirsch, Wildschwein oder Wildgulasch | Kräftiger Rotwein, zum Beispiel eine Cuvée aus Merlot und Cabernet Sauvignon oder ein Syrah |
| Geschmortes Rind oder Lamm | Kräftiger Rotwein; bei einer weniger schweren Zubereitung auch ein gehaltvoller Weißwein |
| Raclette oder Fondue | Frischer Weißburgunder; zu aromatischem Käse auch Grauburgunder oder Chardonnay |
| Pilzgerichte | Grauburgunder als guter Ausgangspunkt |
| Süßlich zubereiteter Kürbis | Aromatischer Gewürztraminer, bei deutlicher Süße auch mit etwas Restsüße |
Nutzen Sie die Vorschläge als Ausgangspunkt. Zu Gans passen beispielsweise sowohl kräftige weiße Burgunder als auch fruchtige Rotweine. Bei Wild macht die Zubereitung einen spürbaren Unterschied: Zartes Reh braucht meist weniger Wucht als kräftig geschmortes Wildschwein.
Fett, Süße und Schärfe beachten
Zu fettreichen Speisen sorgt ein säurebetonter Wein für Frische. Das passt etwa zu Käse und gebratenen Gerichten sowie zu einem reichhaltigen Fondue. Auch Schaumwein eignet sich zu fettigen Speisen.
Süße im Essen lässt einen trockenen Wein weniger fruchtig und manchmal bitterer wirken; zu süßlichem Kürbis oder süßen Beilagen passt daher ein Wein, der selbst etwas Süße mitbringt. Zu Chili sollten Sie alkoholreiche, kräftige Weine mit Bedacht wählen: Die Schärfe lässt den Alkohol stärker hervortreten. Ein fruchtiger, feinherber Wein kann die Schärfe milder wirken lassen.
Wärme richtig einordnen
Dass ein Gericht warm serviert wird, sagt wenig über den passenden Weinstil aus. Entscheidend bleiben Gewicht und Geschmack: Eine leichte Brühe braucht keinen schweren Rotwein, während ein konzentrierter Schmorbraten einen gehaltvolleren Begleiter verträgt.
Wenn Sie unsicher sind, probieren Sie den Wein zuerst zu einem Bissen mit Sauce und Beilage, statt die Kombination nur anhand der Hauptzutat zu beurteilen.