Verkosten und Grundwissen

Steht hier Rotwein, Weißwein oder Rosé?

Ob Rotwein, Weißwein oder Rosé in der Flasche steckt, verrät meist das Etikett. Es nennt die Weinart oder die Rebsorte. Macht das Etikett keine Angabe, helfen Flaschenform und Glasfarbe weiter.

Was das Etikett direkt verrät

Die meisten Weine nennen ihre Farbe ausdrücklich. Auf deutschen Flaschen steht häufig „Rotwein“, „Weißwein“ oder „Roséwein“ direkt auf dem Etikett, oft zusammen mit der Rebsorte. Fehlt die Weinart, gibt meist die Rebsorte den entscheidenden Hinweis: Riesling, Müller-Thurgau und Weißburgunder sind Weißweine, Spätburgunder, Dornfelder und Trollinger sind Rotweine.

Bei Rosé steht auf vielen deutschen Flaschen „Roséwein“ oder „Weißherbst“. Weißherbst ist die deutsche Bezeichnung für einen Rosé aus einer einzelnen roten Rebsorte. Rosé ist in Deutschland keine Seltenheit: 2022 waren einige Prozent der Qualitäts- und Prädikatsweine Rosés.

Flaschenform und Glasfarbe

Wenn das Etikett nichts hergibt, schauen Sie sich die Flasche genauer an. Viele deutsche Weißweine, besonders Riesling, kommen in der schlanken Schlegelflasche mit langem Hals. Rotweine stehen häufiger in Flaschen mit ausgeprägten Schultern, wie der Bordeauxflasche, oder in der bauchigen Burgunderflasche. Die Glasfarbe folgt einer alten Gewohnheit: Grünes Glas steht oft für Weißwein, dunkles Glas für Rotwein.

Diese Muster sind keine festen Regeln. Hersteller verwenden je nach Marke und Zielmarkt unterschiedliche Flaschen. Auch die Farbe der Kapsel oben auf der Flasche sagt nichts Verlässliches über den Inhalt aus.

Warum dieselbe Traube verschiedene Farben ergibt

Die Farbe des Weins kommt nicht aus dem Fruchtfleisch der Beeren, sondern aus der Schale. Der Saft fast aller Weintrauben ist zunächst hell. Ob daraus Weißwein, Rosé oder Rotwein wird, entscheidet die Dauer des Schalenkontakts: Wird die Maische direkt oder nach kurzer Standzeit abgepresst, entsteht Weißwein. Lässt man den Saft kurz auf den Schalen, färbt er sich rosa. Bei langem Kontakt entsteht Rotwein.

Deshalb kann ein und dieselbe Rebsorte, etwa der Spätburgunder, je nach Verarbeitung als Rotwein oder als Rosé im Regal stehen. Wenn das Etikett nur die Rebsorte nennt, hilft dieser Zusammenhang, die Weinart einzuschätzen.