Ein gutes Glas, die richtige Temperatur und ein paar Grundregeln genügen, damit ein Wein sein volles Aroma entfaltet. Dieses Grundwissen reicht, um Wein richtig zu genießen.
Der Geschmack der Deutschen verschiebt sich: Trockene Weiß- und Roséweine liegen vorn, Rotwein verliert an Beliebtheit.
Warum Weiß- und Roséweine derzeit führen
Immer mehr Menschen greifen zu trockenen Weiß- und Roséweinen, Rotwein verliert Marktanteile. Der SWR-Redakteur Dominik Bartoschek führt das auf den Wunsch nach leichterem Genuss zurück. Viele wollen weniger Alkohol und weniger Kalorien zu sich nehmen, und Weiß- und Roséweine passen besser zu diesem Lebensstil. Das Deutsche Weininstitut bestätigt: Das Angebot an deutschen Rotweinen hat sich in den letzten fünfzehn Jahren fast halbiert, Weiß- und Roséweine nehmen diesen Platz ein.
Im Alltag müssen Sie sich nicht nach Moden richten, aber die Auswahl im Handel zeigt den Trend. Wenn Sie offen für Neues sind, probieren Sie einen trockenen Rosé aus deutschem Anbau oder einen Weißwein aus einer Region, die Sie noch nicht kennen. Das Sortiment ist größer denn je, und viele Weingüter setzen auf frische, leichte Stile, die gut zu Alltagsgerichten passen.
Das richtige Glas wählen
Das wichtigste Werkzeug für einen gelungenen Weinabend ist ein gutes Glas. Achten Sie auf drei Eigenschaften: dünnwandig, farblos und mit Stiel. Ein dünner Rand lässt den Wein besser über die Zunge fließen, und ein farbloses Glas zeigt die echte Farbe des Weins. Der Stiel verhindert außerdem, dass Ihre Hand den Wein erwärmt.
Die Form des Glases beeinflusst, wie der Wein riecht und schmeckt. Frische Weißweine wie Sauvignon Blanc entfalten ihr Aroma am besten in einem schlanken Glas mit leicht einwärts gebogenem Rand. Holzgelagerte Weißweine wie Chardonnay brauchen dagegen eine größere Kugel, damit sich die Aromen ausbreiten. Wenn Sie nicht für jede Rebsorte ein eigenes Glas anschaffen möchten, reicht ein universelles Weißweinglas mit mittlerer Kugel für die meisten Weine aus. Entscheidend ist, dass das Glas sauber und geruchsneutral ist, denn Spülmittelreste oder Staub verderben den Geschmack.
Temperatur und Haltbarkeit
Neben dem Glas sind auch Temperatur und Umgang mit der Flasche wichtig. Weiß- und Roséweine schmecken gekühlt, aber nicht eiskalt. Stellen Sie die Flasche etwa eine Stunde vor dem Trinken in den Kühlschrank und nehmen Sie sie kurz vor dem Einschenken heraus. Rotwein trinken Sie am besten bei Zimmertemperatur. In einem zu warmen Raum wirkt er schwer. An warmen Tagen kann eine kurze Kühlung von zehn Minuten im Kühlschrank Rotweinen guttun.
Nach dem Öffnen hält sich Wein unterschiedlich lange. Ein angebrochener Weißwein bleibt im Kühlschrank zwei bis drei Tage genießbar. Ein Rotwein hält bei Zimmertemperatur ebenfalls zwei bis drei Tage, wenn Sie die Flasche gut verschließen. Ein Korken oder ein spezieller Weinverschluss reicht aus; Sie müssen keinen Vakuumstopfen kaufen. Wenn der Wein nach ein paar Tagen flach schmeckt, liegt das am Sauerstoff, der mit der Zeit die Aromen abbaut. Das ist ein natürlicher Prozess.
