Wein tropft, wenn Sie die Flasche nach dem Einschenken abrupt anheben. Drehen Sie die Flasche stattdessen sanft, vermeiden Sie Tropfen auf Tischdecke und Gläsern. Zur Weinetikette gehören außerdem das Öffnen der Flasche am Tisch und ein Blick auf den Korken.
Flasche am Tisch öffnen
Öffnen Sie die Weinflasche am Tisch, nicht in der Küche. Der Grund: Die Gäste sehen, dass der Wein ungeöffnet aus der Flasche kommt und nicht vorher umgefüllt oder verändert wurde. Diese Tradition reicht weit zurück und diente früher dem Schutz vor gepanschten Getränken. Heute ist sie vor allem ein Zeichen von Gastfreundschaft und Transparenz.
Bevor Sie den ersten Schluck einschenken, riechen Sie am Korken. Ein kranker Korken riecht muffig oder korkig und macht den Wein ungenießbar. Wenn der Korken unauffällig riecht, können Sie beruhigt weitermachen. Anschließend wischen Sie den Flaschenmund mit einer sauberen Serviette ab, denn dort sammeln sich Staub und manchmal kleine Korkreste, die sonst ins Glas fallen.
Die Flasche sicher halten
Beim Einschenken halten Sie die Flasche am Bauch, also am breiten Teil unterhalb des Halses. So halten Sie sie sicher, und der Hals wackelt nicht. Die Hand sollte das Etikett nicht verdecken, wenn Sie Wert darauf legen, dass die Gäste die Herkunft des Weins sehen. Eine volle Flasche ist schwer. Stützen Sie sie mit der zweiten Hand am Boden ab, wenn Sie viel Wein ausschenken.
Tropffrei einschenken
Der häufigste Fehler passiert am Ende: Sie richten die Flasche abrupt auf, und der letzte Tropfen läuft am Hals entlang nach unten. Vermeiden Sie das, indem Sie die Flasche beim Aufrichten langsam um die eigene Achse drehen. Durch die Drehung fließt der Wein am Flaschenrand nach innen statt nach außen.
Eine zweite, einfache Methode ist die Serviette. Halten Sie ein gefaltetes Tuch in der anderen Hand und tupfen Sie den Flaschenhals nach jedem Einschenken kurz ab. Das ist besonders bei Rotwein sinnvoll, weil die dunklen Tropfen auf hellen Tischdecken schnell Flecken hinterlassen.
Achten Sie außerdem darauf, das Glas nicht randvoll zu füllen. Ein Drittel bis höchstens die Hälfte des Glases reicht, damit der Wein atmen kann und Sie beim Schwenken nichts verschütten. Bei Weißwein und Schaumwein gilt dieselbe Regel, auch wenn die Gläser kleiner wirken.
Wenn doch etwas danebengeht
Trotz aller Vorsicht kann ein Tropfen auf die Tischdecke fallen. Das ist kein Beinbruch, solange Sie schnell reagieren. Tupfen Sie den Fleck sofort mit einem trockenen Tuch ab, reiben Sie nicht. Reiben verteilt den Wein nur und treibt ihn tiefer in den Stoff. Bei Rotwein hilft es, den Fleck mit etwas Salz oder Mineralwasser zu behandeln, bevor Sie die Decke in die Wäsche geben.
