Guter Wein muss nicht teuer sein. Viele günstige Flaschen schmecken besser als manche teure, und manche teure Weine enttäuschen. Der Preis sagt wenig über die Qualität aus.
Ihr Geschmack, der Anlass und Ihre Erwartung bestimmen, ob Ihnen ein Wein schmeckt. Mit ein paar Grundregeln finden Sie auch mit kleinem Budget regelmäßig Weine, die Ihnen wirklich schmecken.
Was guten Wein ausmacht
Jeder beantwortet die Frage, was ein guter Wein ist, anders. Das Wort „gut" bedeutet laut Wörterbuch so viel wie „den Ansprüchen genügend" oder „zufriedenstellend". Ihre Ansprüche entscheiden also, ob Ihnen ein Wein gefällt. Ein leichter, fruchtiger Weißwein passt zu einem Sommerabend auf dem Balkon, ein kräftiger Rotwein zu einem Braten. Bevor Sie eine Flasche kaufen, fragen Sie sich: Soll der Wein erfrischend und unkompliziert sein, oder suchen Sie etwas Gehaltvolles zum Essen? Diese Erwartung bestimmt, ob Sie den Wein später gut finden.
Preis und Qualität
Ein hoher Preis garantiert keine hohe Qualität. Der Preis setzt sich aus vielen Faktoren zusammen: Anbau, Ernte, Ausbau, Abfüllung, Marketing, Vertrieb und Marke. Ein teurer Wein kann hervorragend sein. Aber auch ein günstiger Wein kann handwerklich sauber gemacht sein und gut schmecken. Die Qualität beginnt im Weinberg: Wer gesunde Trauben erntet und sorgfältig arbeitet, kann auch bei niedrigen Preisen einen guten Wein abfüllen. Viele Winzer verkaufen ihre Weine direkt ab Hof oder über kleine Händler, die selbst beim Winzer einkaufen und so Zwischenhändler sparen. Das senkt den Preis, ohne die Qualität zu beeinträchtigen.
Den eigenen Geschmack kennenlernen
Der wichtigste Schritt: Finden Sie heraus, was Ihnen schmeckt. Probieren Sie verschiedene Rebsorten und Anbaugebiete, und notieren Sie sich, was Ihnen gefällt. Trockene Weißweine wie Riesling oder Sauvignon Blanc schmecken ganz anders als süße oder halbtrockene. Bei Rotweinen gibt es leichte, fruchtige Vertreter wie Spätburgunder oder Zweigelt und kräftige, tanninreiche Weine wie Cabernet Sauvignon oder Syrah. Kaufen Sie zum Ausprobieren kleine Flaschen oder probieren Sie im Glas, wenn Sie die Gelegenheit haben. Ihr Bauchgefühl und die Vorfreude auf den Wein spielen ebenfalls eine Rolle: Wenn Sie sich auf eine Flasche freuen, schmeckt sie oft besser.
Etiketten richtig lesen
Das Etikett verrät Ihnen mehr, als Sie denken. Achten Sie auf die Rebsorte, das Anbaugebiet und den Jahrgang. Ein Wein mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g.U.) stammt aus einem festgelegten Gebiet und unterliegt bestimmten Regeln. Das garantiert keinen guten Geschmack, weist aber auf kontrollierte Herkunft hin. Auch der Alkoholgehalt gibt einen Hinweis: Ein Wein mit niedrigerem Alkoholgehalt ist meist leichter und fruchtiger als einer mit höherem Alkoholgehalt, der kräftiger und wärmer wirkt. Wenn Sie wissen, welche Rebsorten und Regionen Ihnen schmecken, können Sie anhand des Etiketts schnell entscheiden, ob ein Wein für Sie infrage kommt.
Wo günstige gute Weine zu finden sind
Günstige gute Weine gibt es an mehreren Orten. Im Supermarkt und beim Discounter finden Sie oft solide Qualität, besonders bei Eigenmarken, die direkt von Winzern oder Genossenschaften bezogen werden. Auch Online-Shops und Weinhändler, die selbst beim Winzer einkaufen, bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, weil sie Zwischenhändler sparen. Direkt beim Winzer kaufen lohnt sich, wenn Sie in der Nähe eines Anbaugebiets wohnen oder einen Hof besuchen. Fragen Sie nach Empfehlungen für den Alltag, nicht nur nach den Spitzenweinen. Viele Winzer haben unkomplizierte, günstige Weine im Sortiment, die sie gerne verkaufen.
