Wein verschenken: So treffen Sie den richtigen Geschmack
Bei einem Wein als Geschenk zählen die Vorlieben der beschenkten Person, der Anlass und der Stil; der Preis ist nur ein Kriterium. Wählen Sie nach dem Stil: rot oder weiß, trocken oder fruchtig, still oder prickelnd.
Kennen Sie den Geschmack nicht, wählen Sie einen Wein, dessen Geschmack sich anhand der Beschreibung gut einschätzen lässt. Legen Sie außerdem ein Budget fest, mit dem Sie sich wohlfühlen. Keine Rebsorte und kein Preis gefällt allen.
Fragen Sie nach Weinvorlieben
Schon eine kurze Nachfrage hilft: Trinkt die Person lieber Rot-, Weiß-, Rosé- oder Schaumwein? Mag sie trockene Weine oder eher fruchtige? Eine bevorzugte Rebsorte oder Region grenzt die Auswahl weiter ein. Falls Sie diskret bleiben möchten, fragen Sie jemanden aus dem näheren Umfeld.
Achten Sie auf eine konkrete Beschreibung des Geschmacks. Die Rebsorte allein sagt nicht immer genug aus: Spätburgunder reicht von mild und mit wenig Gerbstoffen bis kräftig und gerbstoffreich. Auch Grauburgunder schmeckt je nach Herstellung trocken, gehaltvoll oder leicht süßlich.
Stimmen Sie den Wein auf den Anlass ab
Für eine Feier oder einen persönlichen Erfolg wirkt Schaumwein festlich. Schaumwein wirkt festlich, wenn die Person ihn gern trinkt; zu einem ruhigen Abendessen eignet sich eher ein Wein ohne Kohlensäure. Sie können ihn zum Essen oder später öffnen.
Als Mitbringsel zum Essen sollte die Flasche vielseitig genug sein, falls sie nicht zum geplanten Menü passt. Schenken Sie die Flasche, ohne davon auszugehen, dass die Gastgeber sie an diesem Abend öffnen. Bei Hochzeit, rundem Geburtstag oder einem anderen besonderen Anlass kann ein Wein aus einer vertrauten Region oder mit persönlichem Bezug die Auswahl individueller machen.
Legen Sie Ihr Budget fest
Legen Sie zuerst fest, welchen Betrag Sie passend zum Anlass und zu Ihrer Beziehung ausgeben möchten. Einen allgemein richtigen Preis gibt es nicht. Sie müssen keinen Mindestbetrag erreichen und auch nicht mehr ausgeben, als sich für Sie richtig anfühlt.
Achten Sie bei der Auswahl auf Herkunft, Stil und Anlass. Ein höherer Preis macht eine unbekannte oder unpassende Geschmacksrichtung nicht passender. Persönlicher wird das Geschenk, wenn Sie auf dem Etikett eine Region wählen, die die beschenkte Person kennt, und eine kurze Karte mit dem Grund Ihrer Wahl beilegen.
Wenn Sie den Geschmack nicht kennen
Wenn Sie nur wissen, dass die Person Wein trinkt, wählen Sie einen klar beschriebenen Wein. So können Sie besser einschätzen, ob sein Geschmack passen könnte. Ein fruchtbetonter Spätburgunder oder ein ausgewogener Weißwein eignen sich, wenn die Beschreibung zum vermuteten Geschmack passt. Auch Rosé oder Schaumwein passen, wenn die Person diese Weine mag. Keine dieser Optionen ist für alle eine sichere Wahl.
Die Geschmacksangabe auf dem Etikett hilft bei der Auswahl. „Trocken“ bedeutet in Deutschland grundsätzlich höchstens 4 Gramm Restzucker pro Liter; bei bestimmten Säurewerten sind bis zu 9 Gramm zulässig. „Halbtrocken“ bedeutet höchstens 12 Gramm, bei bestimmten Säurewerten bis zu 18 Gramm. „Feinherb“ ist rechtlich nicht festgelegt und schmeckt meist halbtrocken bis leicht lieblich. Diese Angaben helfen bei der Einschätzung, ersetzen aber nicht das Wissen um die Vorlieben.
Wenn Sie einen älteren Jahrgang verschenken möchten, prüfen Sie, ob der konkrete Wein für längere Lagerung gedacht ist und wie er aufbewahrt wurde. Ein höheres Alter auf dem Etikett allein sagt nicht aus, ob die Flasche noch gut trinkbar ist. Falls Alkohol unerwünscht sein könnte, fragen Sie vorher nach oder wählen Sie eine alkoholfreie Alternative.