Chianti

Woran Sie einen wirklich guten Chianti Classico erkennen

Der Chianti ist in deutschen Supermärkten und Weinhandlungen, selbst in Discountern allgegenwärtig. Etwa 80 Prozent des in Italien produzierten Rotweins werden ins Ausland exportiert, vornehmlich in die USA und nach Deutschland. Der Wein, noch in den 1980ern in den typischen bauchigen Korbflaschen verkauft, hat jedoch durch vielerlei Gründe bedingt keinen allzu guten Ruf. Völlig zur Unrecht, denn die Qualität des originalen Chiantis hat sich in den letzten Jahren stark verbessert und kann sich mittlerweile mit italienischen Spitzenweinen wie etwa dem piemontesischen Barolo durchaus messen.

Der schwarze Hahn verrät den Spitzenwein

Wein

Unter der Bezeichnung Chianti versammeln sich nicht nur ein bestimmter Rotwein, sondern ein ganzes Sammelsurium verschiedenster Charaktere mit sehr unterschiedlich ausgeprägten Qualitäten. Billige Discounterweine zu Preisen von maximal drei bis vier Euro fallen ebenso unter den Begriff wie hervorragend komponierte, fruchtige Spitzenweine von traditionsreichen Weingütern. Diese umfassende Bandbreite liegt unter anderem in der Geschichte dieses Weines begründet, aber auch in seiner Herkunft. Einen wirklich guten Chianti von hoher Qualität erkennen Sie am Gallo Nero, einem auf Flaschenhals und Banderole abgedruckten schwarzen Hahn. Dieses Erkennungszeichen ist ausschließlich dem Chianti Classico vorbehalten.

Chianti
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Der klassische Chiantiwein wird in drei unterschiedlichen Qualitätsstufen verkauft.

Der klassische Chianti stammt aus der gleichnamigen Region in der Toskana und wird in der bergigen Landschaft Mittelitaliens zwischen Florenz und Siena angebaut und hergestellt. Daneben wird der Wein in weiteren Unterzonen produziert, allerdings in anderen Zusammensetzungen und Qualitäten. Die klassische, mit dem Gallo Nero gekennzeichnete Variante ist diejenige, deren Herstellungsprozess unter Berücksichtigung der strengsten Vorschriften stattfindet und auch diejenige, der als einzige keine weißen Reben hinzugefügt werden dürfen. Demzufolge unterscheiden sich die verschiedenen Chiantis in Qualität, Geschmack und Körper stark voneinander.

Die Zusammensetzung eines klassischen Chiantis

Chiantiwein wird vermutlich bereits seit etruskischer Zeit in der Region angebaut. Erstmals namentlich erwähnt wird der Wein im Jahre 1398, wobei es sich zu dieser Zeit noch um einen Weißwein gehandelt haben muss. In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich schließlich ein Rotwein, dessen Qualität allerdings schon im Mittelalter durch gesetzliche Festlegungen geregelt wird. Nach der heute bekannten Formel wird der Wein seit der Mitte des 19. Jahrhunderts produziert, wobei für Sorten höchster Qualitätsstufe seit 2006 keine weißen Traubensorten mehr verwendet werden.

Ansonsten besteht die klassische Variante aus mindestens 80 Prozent Sangiovese-Trauben, die wiederum zu höchstens 20 Prozent mit anderen roten Traubensorten vermischt werden darf. Hierbei kommen vor allem Canaiolo, Colorino, Cabernet Sauvignon und Merlot zum Einsatz. Je besser die Qualität des Chiantiweines, desto geringer ist der Prozentsatz fremder roter Trauben. Viele traditionsreiche Weingüter verzichten mittlerweile sogar gänzlich darauf, weil dadurch der typische kirschartig-fruchtige Charakter des Weines verfälscht wird. Andere Chiantis minderer Qualität beinhalten jedoch nicht nur fremde Rotweine, sondern auch bis zu zehn Prozent weiße Trauben wie beispielsweise Trebbiano und Malvasia Bianca Lunga.

Qualitätsstufen und Beschreibung

Der klassische Chiantiwein wird in drei unterschiedlichen Qualitätsstufen verkauft. Ein junger Annata oder Classico tendiert farblich ins Rubinrote und hat einen intensiven blumigen Geruch. Der trockene Wein ist zudem leicht tanninhaltig und schmeckt fruchtig. Er passt vor allem zu Pasta und Käse, aber auch zu allen anderen tomatigen Gerichten. Der Wein wird frühestens ein Jahr nach der Ernte ab dem ersten Oktober verkauft.

Ein Riserva dagegen reift mindestens 24 Monate, davon drei Monate in der Flasche. Mit zunehmendem Alter verstärkt sich das Tannin, zudem wird der Wein dunkler und kräftiger in Farbe, Geruch und Geschmack. Die höchste Qualitätsstufe, Gran Selezione, wurde erst 2013 eingeführt und sieht eine mindestens 30monatige Reifezeit vor. Je älter und kräftiger der Wein ist, desto kräftiger sollten Sie die dazu passenden Speisen auswählen. Zu gereiften Chiantis passen vor allem geschmorte und gebratene Fleischgerichte sehr gut, aber auch Pilze in vielen Variationen. Wunderbar ist etwa die Kombination mit einem typisch toskanischem Gericht, etwa geschmorten Bäckchen vom Iberico-Schwein.

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