Sie wählen den Wein für ein Abendessen nach drei Punkten aus: den Gästen, dem Anlass und dem Essen. Wer diese Punkte klärt, trifft eine gute Wahl und serviert sicher. Ein Wein, den Sie kennen und mögen, ist fast immer besser als eine unbekannte Flasche, die beeindrucken soll.
Die Gäste bestimmen die Weinwahl
Bevor Sie über Rebsorten oder Jahrgänge nachdenken, überlegen Sie, wer am Tisch sitzt. Kennen Sie die Vorlieben Ihrer Gäste? Dann richten Sie sich danach. Wer weiß, dass der Schwager trockenen Weißwein schätzt oder die Freundin nur Rotwein trinkt, hat die halbe Arbeit schon erledigt.
Sind die Vorlieben unbekannt, greifen Sie zu zugänglichen Weinen, die Sie gut kennen. Ein ausgewogener Rotwein wie ein Spätburgunder oder ein frischer Weißwein wie ein Grauburgunder trifft bei den meisten Menschen einen guten Geschmack. Vermeiden Sie extreme Stile: sehr trockene, sehr süße oder sehr kräftige Weine spalten die Runde eher. Wenn Sie eine Flasche wählen, die Sie schon öfter serviert haben, wissen Sie, was Sie erwartet, und können Fragen zu Herkunft oder Geschmack souverän beantworten.
Der Anlass bestimmt die Weinwahl
Ein formelles Abendessen mit mehreren Gängen verlangt eine andere Planung als ein gemütlicher Abend unter Freunden. Beim festlichen Anlass lohnt sich die Mühe, zu jedem Gang einen passenden Wein zu servieren. Zur Vorspeise passt ein leichter Weißwein, zum Hauptgang ein kräftigerer Rotwein und zum Dessert ein süßer oder edler Tropfen. Das wirkt durchdacht, erfordert aber mehr Aufwand und Budget.
Beim ungezwungenen Abendessen reicht eine Flasche pro Tisch, die zum Hauptgericht passt. Sie können auch zwei Weine anbieten, einen roten und einen weißen, damit Ihre Gäste wählen können. Das nimmt Ihnen den Druck, den einen perfekten Wein zu finden, und gibt den Gästen ein Stück Freiheit. Wichtig ist, dass Sie den Aufwand an den Anlass anpassen, statt sich selbst unter Druck zu setzen.
Was passt zum Essen?
Die Grundregel der Speisenbegleitung ist einfach: Leichte Gerichte vertragen leichte Weine, kräftige Gerichte vertragen kräftige Weine. Zu hellem Fleisch, Fisch und Salaten passen frische Weißweine oder leichte Rotweine. Zu dunklem Fleisch, Wild und kräftigen Saucen greifen Sie zu gehaltvollen Rotweinen. Zu Pasta mit Tomatensauce funktionieren mittelkräftige Rotweine mit guter Säure.
Bei einem Menü mit mehreren Gängen gilt die Faustregel, vom leichten zum kräftigen Wein zu wechseln. Wenn Sie nur einen Wein zum ganzen Abend servieren möchten, wählen Sie einen mittelkräftigen Tropfen, der zu den meisten Gerichten passt. Ein guter Allrounder ist ein Rotwein mit weichen Tanninen oder ein kräftiger Weißwein, der auch zu hellem Fleisch funktioniert. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie im Fachhandel nach einem Wein, der zu Ihrem konkreten Menü passt. Gute Händler kennen ihre Weine und geben ehrliche Empfehlungen.
Sicherheit beim Einkauf und Servieren
Sie fühlen sich nicht erst beim Öffnen der Flasche sicher, sondern schon beim Einkauf. Kaufen Sie den Wein möglichst früh, damit Sie ihn nicht unter Zeitdruck auswählen müssen. Fragen Sie im Fachhandel oder in einem gut sortierten Supermarkt nach Empfehlungen zu Ihrem Menü. Viele Händler beraten gerne, wenn Sie sagen, was Sie kochen und wie viele Gäste kommen.
Stellen Sie den Weißwein rechtzeitig kalt, aber nicht eiskalt, und öffnen Sie den Rotwein eine Stunde vor dem Servieren, damit er atmen kann. Prüfen Sie vor dem Abend, ob Sie genug Gläser haben und ob der Korkenzieher griffbereit liegt. Wenn Sie die Flasche vor dem Servieren selbst probieren, wissen Sie, ob sie in Ordnung ist, und können im Notfall reagieren.
Wenn Sie unsicher sind: einfache Regeln
Manchmal hilft ein klarer Plan mehr als jede Feinheit. Eine einfache Regel lautet: Nehmen Sie einen Wein, den Sie mögen, und servieren Sie ihn selbstbewusst. Ihre Gäste spüren, wenn Sie hinter der Wahl stehen. Eine zweite Regel: Lieber einen guten mittleren Wein als eine riskante Spitzenflasche, die niemand kennt. Eine dritte Regel: Bei großer Unsicherheit bieten Sie zwei Weine an, dann hat jeder die Wahl.
Wer eine Weinempfehlungs-App oder einen Online-Ratgeber nutzen möchte, kann das tun. Solche Dienste analysieren Vorlieben und schlagen passende Weine vor, sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Weintrinker. Die Vorschläge ersetzen jedoch nicht Ihr eigenes Urteil. Nutzen Sie sie als Anregung, nicht als endgültige Antwort.
