Weinanfänger bekommen widersprüchliche Ratschläge: Rotwein bei Zimmertemperatur, Weißwein eiskalt, und zum Essen passt angeblich alles.
Die Grundregeln sind einfach: die richtige Trinktemperatur, wann sich Dekantieren lohnt, die Kombination von Wein und Essen und das Chianti-Classico-Siegel. Diese Grundlagen entscheiden über ein durchschnittliches oder ein wirklich gutes Glas Wein. Weintrends kommen und gehen, diese Grundlagen bleiben.
Die richtige Trinktemperatur
Die Trinktemperatur entscheidet, ob ein Wein sein volles Aroma entwickelt. Ein zu kalter Weißwein schmeckt flach und säuerlich, ein zu warmer Rotwein alkoholisch und marmeladig. Die alte Empfehlung, Rotwein bei Zimmertemperatur zu servieren, stammt aus einer Zeit, in der Wohnungen deutlich kühler waren. In heutigen, gut geheizten Räumen wird der Wein oft schlaff, weil der Alkohol bei Wärme stärker hervortritt.
Als Faustregel gilt: Rotwein, der im warmen Zimmer stand, kurz in den Kühlschrank stellen. Weißwein einige Minuten vor dem Einschenken aus dem Kühlschrank nehmen. So kommen beide näher an ihren idealen Trinkbereich, ohne dass die Aromen verloren gehen.
Wann sich Dekantieren lohnt
Dekantieren bedeutet, den Wein vorsichtig aus der Flasche in eine Karaffe zu gießen. Dabei passieren zwei Dinge: Der Wein kommt mit Sauerstoff in Kontakt und öffnet sich. Das Sediment, also die Ablagerungen am Flaschenboden, bleibt zurück. Ob sich das lohnt, hängt vom Wein ab. Junge, tanninreiche Rotweine profitieren von der Sauerstoffzufuhr, weil sie dadurch weicher und zugänglicher werden. Bei älteren Weinen steht eher die Trennung vom Sediment im Vordergrund, damit nichts Trübes ins Glas gelangt.
Nicht jeder Wein braucht das. Leichte, frische Weine verlieren durch zu viel Luft eher an Frucht, und ein einfacher Alltagswein gewinnt durch eine Karaffe kaum etwas. Bei einem kräftigen Rotwein oder einem gereiften Tropfen lohnt sich der Aufwand dagegen meist.
Wein und Essen kombinieren
Es gibt keine Formel, die für alle passt, denn Geschmack ist persönlich. Wenn Sie lieber trockene Weine trinken, werden Sie einen süßen Dessertwein zum Hauptgang selten genießen. Trotzdem gibt es objektive Regeln für die Kombination von Wein und Speisen, die auf den Aromen beruhen. Die Grundidee: Der Wein sollte das Essen ergänzen und nicht überdecken, und umgekehrt.
Ein einfacher Ansatz für Einsteiger: Zu leichten Gerichten wie Salat, Fisch oder Geflügel passen frische, leichte Weißweine. Zu kräftigen Gerichten mit Fleisch oder kräftigen Saucen passen eher gehaltvolle Rotweine. Wenn Sie unsicher sind, probieren Sie sich durch und merken Sie sich, welche Kombinationen funktionieren. Das eigene Urteil zählt am Ende mehr als jede Regel.
Chianti Classico verstehen
Chianti ist der bekannteste Rotwein Italiens und stammt aus der Toskana. Auf dem Etikett findet sich häufig ein schwarzer Hahn, das Wahrzeichen des Chianti Classico. Eine Flasche mit diesem Siegel enthält die strengste und traditionellste Variante des Chianti. Sie muss höhere Qualitätsanforderungen erfüllen als einfacher Chianti. Wenn Sie einen typischen, kräftigen toskanischen Rotwein suchen, sind Sie mit Chianti Classico gut beraten.
