Cabernet Sauvignon ist eine der am weitesten verbreiteten Rotweinsorten der Welt. Die Rebsorte stammt aus dem französischen Bordeaux und wurde dort 1635 erstmals erwähnt; weltweit sind etwa 300.000 Hektar mit ihr bepflanzt.
Die Traube ergibt kräftige, tanninreiche Weine mit dunkler Frucht, die gut altern können. Beim Kauf und Genuss zählen vor allem die Tanninstruktur und das Lagerpotenzial.
Woher die Rebsorte stammt
Cabernet Sauvignon ist eine natürliche Kreuzung aus Cabernet Franc und Sauvignon Blanc. Von den Eltern hat die Sorte die dunkle Farbe und das kräftige Tannin des Cabernet Franc geerbt. Dazu kommen die Säure und die aromatische Frische des Sauvignon Blanc. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie 1635 in Bordeaux im Südwesten Frankreichs. Von dort aus hat sie sich in alle bedeutenden Weinbauregionen der Welt ausgebreitet.
Die Ankunft in Deutschland
In Deutschland wird Cabernet Sauvignon erst seit kurzem angebaut. Das Weingut Vollmer in der Pfalz pflanzte 1984 die ersten Rebstöcke, obwohl die Sorte damals noch nicht zugelassen war. Die Behörden verhängten eine Geldstrafe und ordneten die Rodung der Reben an. Erst 1987 wurde Cabernet Sauvignon offiziell zugelassen, die Reben durften stehen bleiben.
Bis 2023 hat sich die Sorte auf 502 Hektar ausgeweitet. Die meisten Flächen liegen mit 256 Hektar in der Pfalz, gefolgt von Rheinhessen mit 132 Hektar. Kleinere Bestände gibt es in Baden und an der Nahe. Verglichen mit anderen Rotweinsorten ist das eine kleine Fläche.
Was die Traube zum Wachsen braucht
Cabernet Sauvignon ist eine spätreifende Sorte und braucht eine lange, warme Vegetationsperiode, um voll auszureifen. Am besten gedeiht sie in einem gemäßigten, milden Klima mit wenigen Temperatsschwankungen. In kühlen Lagen bleiben die Trauben oft unreif. Das zeigt sich im Wein als deutliche Paprikanote und grüne, kratzige Tannine.
Deshalb liegen die wichtigsten Anbaugebiete in warmen Regionen: im Bordeaux, im kalifornischen Napa Valley, in Chile und in Australien. In Deutschland eignen sich die wärmsten Lagen der Pfalz und Rheinhessens am besten. Das erklärt die Verteilung der Anbauflächen.
So schmeckt Cabernet Sauvignon
Cabernet Sauvignon schmeckt unverwechselbar. Typisch sind Aromen von schwarzen Johannisbeeren (Cassis), Brombeeren und dunklen Kirschen. Viele Weine haben eine grüne Paprikanote. Sie stammt von der Rebsorte und fällt je nach Reifegrad stärker oder schwächer aus. Dazu kommen oft Noten von Zedernholz, Tabak und dunkler Schokolade, besonders wenn der Wein im Eichenfass ausgebaut wurde.
Die Struktur ist kräftig: viel Tannin, deutliche Säure und ein voller Körper. Deshalb kann Cabernet Sauvignon gut altern. Junge Weine wirken oft streng. Sie brauchen Zeit oder Luft im Glas. Reife Jahrgänge entwickeln mit den Jahren weichere Tannine und komplexere Aromen von Leder und Erde.
Den passenden Cabernet finden und genießen
Beim Kauf lohnt ein Blick auf die Herkunft. Sie verrät viel über den Stil. Ein Bordeaux aus dem Médoc ist meist strenger, erdiger und tanninbetonter. Ein kalifornischer oder chilenischer Cabernet ist oft fruchtiger und voller. Die Trauben entwickeln in wärmeren Lagen mehr Zucker und weniger grüne Noten. Deutsche Cabernet Sauvignons liegen dazwischen. Sie haben eine kräftige Struktur und einen vergleichsweise moderaten Alkoholgehalt.
Zum Essen passt Cabernet Sauvignon zu kräftigen Gerichten. Gegrilltes Rindfleisch, Lamm, geschmorte Rinderrippen und gereifter Hartkäse wie Cheddar oder Parmesan harmonieren mit dem hohen Tanningehalt. Auch dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil funktioniert gut.
Vor dem Trinken sollten Sie den Wein öffnen und eine Weile atmen lassen. Junge Flaschen profitieren von einer Stunde im Dekanter. Ältere Jahrgänge sollten Sie vorsichtig einschenken, damit sich das Sediment nicht aufwirbelt. Die richtige Trinktemperatur liegt leicht unter Zimmertemperatur. In warmen Räumen reicht es, die Flasche vor dem Einschenken kurz in den Kühlschrank zu stellen.
