Tapas sind kleine spanische Gerichte, die traditionell zum Glas Wein oder Bier serviert werden. Auf dem Tisch stehen oft gleichzeitig Oliven, Manchego-Käse, Patatas Bravas, Chorizo und gegrillte Garnelen.
Wer für jedes Häppchen einen anderen Wein öffnet, verliert schnell Überblick und Genuss. Die entspannte Lösung: ein oder zwei Weine, die zu möglichst vielen der kleinen Speisen passen. Dafür genügen ein paar leicht merkbare Grundprinzipien.
Was Tapas vom Wein fordern
Die meisten Tapas sind salzig oder würzig und enthalten oft Fett oder Säure, etwa durch Olivenöl, Zitrone oder Essig. Ein Wein, der dazu passt, braucht frische Säure und wenig Holz oder Süße. Ein trockener Weißwein mit klarer Säure, ein leichter Rosé oder ein junger Rotwein mit weichen Tanninen kommen mit den meisten Tapas gut zurecht.
Schärfe ist der schwierigste Fall. Wenn Patatas Bravas mit scharfer Soße auf dem Tisch stehen, verstärkt ein alkoholreicher Rotwein das Brennen. Besser sind Weine mit etwas Restsüße oder niedrigem Alkohol, weil sie die Schärfe abmildern. Ein trockener Riesling oder ein leichter Weißwein mit einer Spur Süße funktioniert hier deutlich besser als ein kräftiger Spanier.
Die entspannte Auswahl: ein oder zwei Weine
Sie müssen nicht für jede Tapas-Platte einen neuen Wein öffnen. Planen Sie für einen Abend mit vier bis sechs verschiedenen Häppchen höchstens zwei Weine ein. Wählen Sie einen trockenen Weißwein und einen leichten Rotwein. Damit decken Sie die meisten Kombinationen ab: Der Weißwein passt zu Fisch, Meeresfrüchten, Oliven und Käse, der Rotwein zu Chorizo, Serrano-Schinken und gegrilltem Gemüse.
Wenn Sie nur einen Wein servieren möchten, greifen Sie zu einem trockenen Rosé oder einem leichten, fruchtigen Rotwein wie einem jungen Tempranillo. Diese Weine sind flexibel genug und passen zu Meeresfrüchten und zu Wurst.
Konkrete Empfehlungen für den Tapas-Tisch
Wählen Sie für den Weißwein Sorten mit viel Säure und wenig Holz. Ein Albariño aus Galicien, ein Verdejo aus der Region Rueda oder ein trockener Riesling sind klassische Begleiter. Sie sorgen dafür, dass frittierte Tapas wie Calamares oder Kroketten nicht schwer wirken.
Ein preiswerter Einstieg ist der Azevedo Vinho Verde aus Portugal. Dieser leichte, spritzige Weißwein hat wenig Alkohol und eine feine Perlage, die zu vielen Tapas passt. Er ist eine gute Wahl, wenn Sie einen unkomplizierten Wein für einen ganzen Abend suchen.
Beim Rotwein sollten Sie auf junge, fruchtige Weine setzen. Ein Rioja Joven oder ein Ribera del Duero aus dem aktuellen Jahrgang hat weiche Tannine und schmeckt nach roten Beeren. Diese Weine harmonieren mit Chorizo, Schinken und gegrilltem Fleisch, ohne zu schwer zu sein.
Wer es etwas festlicher mag, öffnet einen trockenen Sherry wie Fino oder Manzanilla. Diese Weine aus Andalusien haben eine salzige Note, die hervorragend zu Oliven, Mandeln und frittiertem Fisch passt. Sherry ist eine eigene Kategorie, die bei Tapas oft unterschätzt wird.
Weine, die Sie bei Tapas meiden sollten
Schwere, holzbetonte Rotweine mit viel Tannin sind für Tapas meist die falsche Wahl. Sie überdecken die feinen Aromen von Fisch und Gemüse und wirken neben salzigen Speisen schnell bitter und alkoholisch. Auch sehr süße Weine passen nur zu wenigen Tapas, etwa zu Desserts oder zu sehr scharfen Gerichten, wo die Süße ausgleicht.
Wenn Sie unsicher sind, bleiben Sie bei trockenen Weinen mit moderatem Alkoholgehalt. Höhere Alkoholwerte verstärken die Schärfe und machen den Wein schwerer, was bei einem langen Tapas-Abend schnell anstrengend wird.
